BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Polizeipräsident: "Augsburg ist eine sichere Stadt" | BR24

© BR

Der Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Schwaben-Nord, Michael Schwald, hat sich im Bayerischen Rundfunk noch einmal detailliert zur Fahndung nach dem tödlichen Angriff auf dem Augsburger Königsplatz geäußert.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Polizeipräsident: "Augsburg ist eine sichere Stadt"

Nach der tödlichen Attacke auf einen Mann am Augsburger Königsplatz verzichtete die Polizei auf eine Öffentlichkeitsfahndung. Polizeipräsident, Michael Schwald, erklärt gegenüber dem Bayerischen Rundfunk noch einmal die Hintergründe.

Per Mail sharen
Teilen

Der Präsident des Polizeipräsidiums Schwaben-Nord, Michael Schwald, hat gegenüber dem BR noch einmal die Entscheidung erläutert, warum es nach der tödlichen Attacke auf dem Augsburger Königsplatz, keine Öffentlichkeitsfahndung nach den sieben mutmaßlichen Tätern gab. Grundlage seien Bilder der Überwachungskameras am Königsplatz gewesen. Diese seien so gut gewesen, dass die Beamten am Tag nach der Tat davon ausgingen, die Täter durch gezielte Befragungsmaßnahmen identifizieren und festnehmen zu können. Dieser Ansatz führte in allen sieben Fällen zum Erfolg. Man sei darüber im permanenten Austausch mit der Staatsanwaltschaft gewesen.

"Unerträgliche Anfeindungen" im Netz

Im Netz wurde die Polizei unterdessen massiv dafür kritisiert, dass sie keine Täterbeschreibungen veröffentlichte. Von "unerträglichen Anfeindungen" sprach Schwald schon am Montag auf einer Pressekonferenz. "Wir haben bei der Polizei Profis am Werk", merkte der Polizeipräsident dazu an und verwies auf die Aufklärungsquote von 100 Prozent bei Tötungsdelikten. Eine Öffentlichkeitsfahndung habe aber auch Nachteile, "zum Beispiel, dass die Täter vorgewarnt werden oder dass Beweismittel verschwinden".

Vertuschungsvorwürfe gegen Polizei

Den Beamten wurde in den sozialen Medien zum Beispiel vorgeworfen, dass sie etwas vertuschen wollten oder im Auftrag einer höheren Macht handelten. Einem Teil der User hätten die Beamten erklären können, warum es keine Öffentlichkeitsfahndung gab, so Schwald gegenüber dem BR. Bei einer anderen Gruppe habe man aber den Eindruck gehabt, "dass es nicht darum ging, einen Beitrag zur Tataufklärung zu geben, sondern eher zur Verunsicherung."

Nationalität der Täter wird nur bei Relevanz veröffentlicht

Auch die Nennung der Nationalitäten der mutmaßlichen Täter erklärte Schwald nochmals. Die Polizei nenne die Nationalität in aller Regel nur, wenn sie für eine Tat von Relevanz sei. In diesem Fall sei es so gewesen, dass von einer Videoaufnahme, auf der lediglich das Aussehen zu erkennen sei, nicht auf die Nationalität geschlossen werden könne. Die Polizei versuche aber, mit diesem schwierigen Thema behutsam umzugehen.

Mehr Polizeipräsenz

In Bezug auf die Forderung nach mehr Polizeipräsenz in den bayerischen Innenstädten, die auch im bayerischen Kabinett beraten wird, äußerte sich der Polizeichef nur zurückhaltend. Insgesamt sei Augsburg eine sichere Stadt, "ich wäre aber auch ein schlechter Polizeipräsident, wenn ich nicht sagen würde, dass ich jedes zusätzliche Personal nehme, das ich zusätzlich bekomme."

Insgesamt gewährleisteten die Polizeibeamten schon jetzt die Sicherheit bei Veranstaltungen und im alltäglichen Leben. Es gebe bereits eine hohe Polizeipräsenz in der Innenstadt. Dies zeige nicht zuletzt auch der Fall des getöteten 49-Jährigen. Der erste Notruf dazu sei um 22.43 Uhr eingegangen und die erste Streife sei bereits eine Minute später am Tatort gewesen.