Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Polizei warnt vor unerlaubtem Drohnenflug | BR24

© dpa/Valentin Wolf

Drohne mit Kamera fliegt vor blauem Himmel

4
Per Mail sharen
Teilen

    Polizei warnt vor unerlaubtem Drohnenflug

    In Bobingen wurden Anwohner von einem "ungebetenen Gast" erschreckt. Ein ferngesteuertes Fluggerät war über mehrere Privatgrundstücke gekreist und machte vermutlich Aufnahmen aus der Luft. Die Polizei warnt vor solch unerlaubten Drohnen-Flügen.

    4
    Per Mail sharen
    Teilen

    Besorgte Anwohner haben am Freitag gegen 17.00 Uhr die Polizei alarmiert, nachdem in Bobingen im Landkreis Augsburg eine Drohne über mehrere Privatgrundstücke gekreist war. Zwischen Schiller- und Maria-Hilf-Straße ging das Fluggerät dann in den Sinkflug und verharrte über eine längere Zeit in einer Höhe von etwa 15 Metern. Die Flugbewegungen erweckten den Eindruck, als würden aus der Vogelperspektive Bildaufnahmen gemacht, so die Polizei.

    Pilot machte sich aus dem Staub

    Als die Beamten eintrafen, stieg die Drohne wieder in die Luft und entfernte sich in Richtung Norden. Die Polizei suchte sofort nach dem Piloten, konnte ihn aber nicht finden. Laut Polizeidirektion Bobingen werde es auch immer schwieriger, den Besitzer ausfindig zu machen. Die Flugmodelle werden immer kleiner und seien deshalb leichter zu bedienen. Inzwischen sei die Steuerung über eine App auf dem Handy möglich.

    Drohne oder Flugmodell ?

    Offen ist auch, ob es sich um eine Drohne oder ein Flugmodell gehandelt hat. Laut Drohnen-Verordnung des Bundesverkehrsministeriums wird seit 2017 zwischen "unbemannten Luftfahrtsystemen" und "Flugmodellen" unterschieden. Erst genannte werden ausschließlich gewerblich genutzt, Flugmodelle sind hingegen privat, also zum Zwecke des Sports oder zur Freizeitgestaltung einsetzbar.

    Grundsätzlich muss auf allen Flugmodellen ab einem Gewicht von 0,25 Kilogramm eine Plakette den Namen und die Adresse des Besitzers zeigen, um - wie das Verkehrsministerium schreibt - "im Schadensfalls schnell den Halter feststellen zu können". Bei Flugmodellen ab zwei Kilogramm müssen auch Privatnutzer einen offiziellen "Kenntnisnachweis" mit sich führen. Um diesen Schein zu bekommen sind Navigationskenntnisse und Kenntnisse zu luftrechtlichen Grundlagen bzw. der örtlichen Luftraumordnung vorzuweisen. Bei noch schwereren Fluggeräten ab fünf Kilogramm ist Betriebserlaubnis nötig, die von den jeweiligen Landesbehörden ausgestellt wird.

    Es gibt viele Flugverbotszonen

    Es ist grundsätzlich verboten über Menschenansammlungen, Unglücksorten, Industrieanlagen, Justizvollzugsanstalten und Einsatzorten von Behörden oder Organisationen mit Sicherheitsaufgaben zu fliegen. Zu den Flugverbotszonen gehören auch Bundesfernstraßen, Bahnanlagen, Flughäfen und Wohngebiete. Es gibt allerdings Ausnahmen, beispielsweise wenn der betroffene Eigentümer den Überflug über sein Grundstück ausdrücklich genehmigt. Im Fall des Drohnenflugs in Bobingen lagen keinerlei Einverständniserklärungen vor.

    Es werden hohe Bußgelder fällig

    Wer sich nicht an die Regeln hält, muss mit einer empfindlichen Geldbuße rechnen. Die Ahndung der Ordnungswidrigkeiten liegt in der Zuständigkeit der Landesluftfahrtbehörden. Im kommenden Frühsommer rechnen die Beamten wieder verstärkt mit Anzeigen wegen unerlaubter Drohnen-Flüge. Mitmenschen fühlen sich belästigt oder gar bedroht, wenn ihnen ein solches Fluggerät zu nahe kommt. Die Polizei weist darauf hin, dass Unfälle in der Regel nicht über die Privathaftpflichtversicherung abgedeckt sind, da es sich jeweils um den Betrieb eines Luftfahrzeugs handelt.