Übungsszenario in der JVA Weiden
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Geiselnahme als Übungsszenario in der JVA Weiden

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Polizei übt Einsatz bei Geiselnahme in Weidener JVA

Ein erschreckendes Szenario: Im Gefängnis in Weiden werden Geiseln festgehalten. Die Polizei muss eingreifen und die Situation unter Kontrolle bringen. Zum Glück handelt es sich nur um eine Übung - doch auch solche Einsätze müssen geprobt werden.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Niederbayern und Oberpfalz am .

Geiselnahmen sind selten. Doch sie können überall vorkommen: In Kaufhäusern, einer Wohnung oder eben in einem Gefängnis.

So einen Fall haben heute Einsatzkräfte der Weidener Polizei bei einer Übung in der JVA durchgespielt. Dazu waren auch Spezialkräfte aus Nürnberg sowie mehrere weitere Spezialeinheiten im Einsatz. Wichtig war den Einsatzkräften heute, die Zusammenarbeit und die Absprachen mit der JVA zu trainieren sowie die Absprachen unter den verschiedenen Einheiten zu üben.

Nur wenige waren in das Szenario eingeweiht

Das Übungsszenario: Zwei Gefängnisinsassen nehmen eine Psychologin und einen Krankenpfleger auf der Krankenstation der JVA als Geiseln. Dargestellt wurden Geiseln und Geiselnehmer von jungen Polizisten. Eingeweiht in das genaue Szenario seien nur wenige gewesen, sagte Polizeisprecher Claus Feldmeier. Die Polizisten, die an den fingierten Tatort kamen, hätten so sehr realitätsnah geübt.

Übung bereitet realitätsnah auf echten Ernstfall vor

Klaus Müller vom Polizeipräsidium Oberpfalz zieht eine positive Bilanz, es habe keine Verletzten gegeben. Außerdem hätten die Übungsziele gut trainiert werden können. Nach dreieinhalb Stunden war die dargestellte Geiselnahme beendet, als die Täter mit ihren Geiseln in ein bereit gestelltes Fluchtauto steigen wollten. Dann erfolgte der Zugriff der Spezialeinheiten, die aus Nürnberg angereist waren.

JVA und Polizei erarbeiteten Übung zusammen

JVA-Leiter Roland Retzbach hält es ebenfalls für wichtig, solche Szenarien zusammen mit der Polizei zu üben. Für ihn und sein Personal aber seien die kritischsten Minuten die Zeit, die direkt nach dem ersten Anruf der Geiselnehmer vergeht. Denn da sei zunächst wenig Streifenpersonal der Polizei als Unterstützung vorhanden. Außerdem müssten erstmal die Geiselnehmer identifiziert werden. Das erfolgte dadurch, dass die Gefängnisinsassen sofort von ihrer Arbeit in ihre Haftzellen gebracht wurden. So haben die 110 Gefangenen heute auch von der Großübung erfahren.

Die Weidener Bevölkerung hat davon wenig mitbekommen, einige Straßen rund um die JVA waren gesperrt. Die JVA in Weiden hat Platz für insgesamt 120 Gefangenen im Erstvollzug von bis zu zwei Jahren sowie Gefangene in Untersuchungshaft. Eine Geiselnahme habe es hier noch nicht gegeben, so JVA-Leiter Roland Retzbach.

Zahlreiche Einsatzkräfte in der JVA Weiden.
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Zahlreiche Einsatzkräfte in der JVA Weiden.

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