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Die Polizeiinspektion Regensburg Süd will dem Problem der Autoposer entgegenwirken.

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    "Nicht cool": Polizei geht verstärkt gegen Autoposer vor

    Dröhnende Motoren führen regelmäßig zu Beschwerden von lärmgeplagten Anwohnern. Die Polizei in Regensburg will nun mit einem Verkehrssicherheitskonzept gegen das Problem der sogenannten Autoposer vorgehen. Unterstützung kommt von einem Prominenten.

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    • BR24 Redaktion

    Protzende Autofahrer, die mit dröhnenden Motoren Anwohner belästigen, beschäftigen die Polizei regelmäßig. In Regensburg startet sie deshalb ein neues Projekt, um dem Problem der sogenannten Autoposer entgegenzuwirken. Dazu stellte die Polizeiinspektion Regensburg Süd heute Vormittag ein entsprechendes Verkehrssicherheitskonzept vor.

    Mehr Rücksichtnahme und Sicherheit

    Ziel soll es unter anderem sein, Autofahrer, die mit röhrenden Motoren und knatterndem Auspuff gerne auf ihre oft getunten Fahrzeuge aufmerksam machen, für "ein regelkonformes Verhalten im Straßenverkehr" sowie mehr Rücksichtnahme gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern und Anwohnern zu sensibilisieren. Außerdem soll das Konzept laut Polizei zu einer höheren Sicherheit beitragen.

    Zweistufiges Modell

    Die Beamten setzen auf ein zweistufiges Modell. Fällt ein protzender Autofahrer zum ersten Mal auf, will die Polizei ihn bzw. den Fahrzeughalter zunächst anschreiben. Bei mehrmaligem Autoposen wird der Fahrzeughalter bzw. Fahrer von der Polizeiinspektion Regensburg Süd vorgeladen und von den Beamten einschließlich des Autos überprüft. Zudem soll vor allem bei mehrmaligem Auffallen die Zulassungs- und Führerscheinstelle informiert werden. Darüber hinaus will die Polizei ihre bisherigen Maßnahmen gegen Autoposer verstärken. Dazu zählen verschärfte Kontrollen im Stadtgebiet Regensburg.

    Mit an Bord: Rallye-Legende Walter Röhrl

    Dafür hat sich die Polizei prominente Unterstützung geholt: den früheren Rallye-Weltmeister Walter Röhrl. Der 74-Jährige, der in Sankt Englmar im Landkreis Straubing-Bogen wohnt, nahm an der Vorstellung des Konzepts teil und hatte auch ein Fahrzeug für eine Vorführung dabei.

    Röhrl: "Ihr könnt nicht von allen Sinnen sein"

    "Ich bin ja wirklich ein großer Autofan", sagte Röhrl. "Ich unterstütze sogar junge Leute, die wirklich ernsthaften Motorsport machen möchten, aber diese Autoposer, die nur in der Stadt auffallen wollen durch ein lautes Auto, durch Starts an der Ampel mit durchdrehenden Rädern, mit Schleuderübungen am Parkplatz, da kann ich nur sagen: Ihr könnt nicht von allen Sinnen sein." Er selbst sei noch nie mit dem Auto in die Stadt gefahren, er gehe zu Fuß oder fahre mit dem Fahrrad.

    Problem nicht nur in Regensburg

    Außerdem berichteten bei dem Termin mehrere Anwohner von bei Autoprotzern beliebten Straßen, von ihren Erfahrungen. Laut Polizei treten in Regensburg vermehrt Autoposer in der Innenstadt und auf Hauptverkehrsachsen wie der Nibelungenbrücke, der Thundorferstraße, der Straubinger Straße, der Friedensstraße und der Frankenstraße auf. Eine feste Szene gibt es den Beamten zufolge in Regensburg bislang nicht.

    Cham und Amberg hätten dagegen eine "sehr aktive" Autoposer-Szene, so eine Sprecherin der Polizei. In Niederbayern ist die Graflinger Straße in Deggendorf ein beliebter Autoposer-Treffpunkt. Außerdem werden häufig Marktplätze genutzt, um getunte Fahrzeuge zu präsentieren.

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    Ralley-Legende Walter Röhrl.

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