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Polizei oder Prävention - was hilft gegen Gewalt in Städten? | BR24

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Nach den Gewalttaten von Augsburg und München will Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) die Polizeipräsenz in Innenstädten verstärken. Für die Bekämpfung der Ursachen von Gewalt spielt aber auch die Jugendsozialarbeit eine wichtige Rolle.

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Polizei oder Prävention - was hilft gegen Gewalt in Städten?

Nach den Gewalttaten von Augsburg und München will Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) die Polizeipräsenz in Innenstädten verstärken. Für die Bekämpfung der Ursachen von Gewalt spielt aber auch die Jugendsozialarbeit eine wichtige Rolle.

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Jörg Breitweg von der Aktion Jugendschutz ist für Gewaltprävention zuständig. Er gibt Kurse für andere Fachkräfte wie Lehrer und Sozialpädagogen, damit sie Konflikte möglichst fair lösen können.

Die Erfolge der Gewaltprävention seien oft nur schwer messbar, allerdings unterstützten sie gesellschaftliche Entwicklungen, meint Breitweg. Er erinnert daran, dass körperliche Gewalt vor nicht allzu langer Zeit noch üblich war: "Jetzt sind wir in der Diskussion, wo sexuelle Gewalt geächtet wird, mehr und mehr – und das ist gut so."

Finanzierung oft zeitlich begrenzt

Bayerns Sozialministerin Kerstin Schreyer (CSU) verweist darauf, dass die Jugendsozialarbeit mit über 24 Millionen Euro im Jahr unterstützt wird und in über 1.300 Schulen stattfindet. Die Aktion Jugendschutz kritisiert dabei, dass viele unterstützte Projekte zeitlich befristet sind. Ähnlich sieht das die Fraktionschefin der Grünen im Landtag, Katharina Schulze:

Es sei ein Armutszeugnis, wenn gute Projekte, die Gewaltprävention betrieben, auf einmal am Ende des Jahres eine Finanzierungslücke hätten.

"Also wenn ich solche Sachen höre, dann kann die Staatsregierung nicht davon sprechen, es reicht was wir in Bayern machen." Katharina Schulze, Grünen-Fraktionschefin

Bessere Zusammenarbeit gefordert

Jörg Breitweg verlangt außerdem eine bessere Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Land und Bund. Aus seiner Sicht werden parallel Programme gefahren, die nicht aufeinander abgestimmt sind.

Videoüberwachung - nur zur Beruhigung?

Die Gewalttaten in den Innenstädten von Augsburg und München hatten die Politik aufgeschreckt. Insbesondere Innenminister Joachim Herrmann war bemüht, die Bevölkerung zu beruhigen.

So hatte das Kabinett beschlossen, dass die Polizei in den Innenstädten sichtbarer werden soll. Busse und Bahnen sollen verstärkt videoüberwacht werden. Jörg Breitweg von der Aktion Jugendschutz ist davon nur bedingt überzeugt: Das sei eine sinnvolle Maßnahme, um Gewalttaten aufzuklären, aber nicht, um sie zu verhindern: "Insgesamt hilft es eher der Gesamtbevölkerung, damit die sich wohler fühlt."

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Auf Gewalt auf offener Straße reagiert die Polizei meistens mit verstärkter Präsenz. Doch Kritiker halten das für nicht ausreichend. Sie fordern, dass mehr getan werden muss, um solchen Gewaltausbrüchen vorzubeugen.