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Eine Weihnachtsfeier mit 40 Personen ist in Corona-Zeiten nicht erlaubt. Vermutlich kamen aber Mitarbeitende eines Seniorenzentrums auf diese Idee - mitten im Corona-Hotspot Erding. Die Polizei schritt ein. Die Leitung bestreitet die Vorwürfe.

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Polizei löst Weihnachtsfeier in Seniorenzentrum auf

Eine Weihnachtsfeier mit 40 Personen ist in Corona-Zeiten nicht erlaubt. Vermutlich kamen aber Mitarbeitende eines Seniorenzentrums auf diese Idee - mitten im Corona-Hotspot Erding. Die Polizei schritt ein. Die Leitung bestreitet die Vorwürfe.

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Von
  • Frank Jordan
  • BR24 Redaktion
  • Christoph Müller

Die Polizei hat in einem Seniorenzentrum in Erding wohl eine betriebliche Weihnachtsfeier aufgelöst. Jetzt wird gegen 40 Personen wegen des Verdachts von Verstößen gegen die Infektionsschutz-Verordnung ermittelt. Die Heimaufsicht prüft derzeit "etwaige aufsichtsrechtliche Maßnahmen gegen die Einrichtung bzw. den Träger".

Veranstaltung mit Foodtruck und Ausschank

Nach einem Hinweis aus der Bevölkerung rückten am frühen Freitagabend mehrere Streifenwagen aus. Die Beamten fanden 40 Mitarbeitende eines Seniorenzentrums vor, die im Innenbereich sowie dem Innenhof offenbar eine Weihnachtsfeier abhielten. Auf dem Gelände stand ein Foodtruck, zudem wurden Getränke ausgeschenkt.

Laut Polizei wurden etwa 40 Mitarbeiter in einem 40-50 Quadratmeter großen Raum angetroffen, die zusammensaßen und sich Videos ansahen.

Die Mindestabstände wurden dabei nicht eingehalten; ebenfalls wurden Mund-Nasen-Bedeckungen nur in unzureichendem Maß getragen. Aufgrund der Kleidung der anwesenden Personen und der Stimmung gingen die Beamten der Polizeiinspektion Erding davon aus, dass es sich um eine Weihnachtsfeier der Belegschaft handelte. Die Polizei nahm die Personalien der Teilnehmer auf und löste die Versammlung auf.

Betreiber: "Es war keine Feier"

Die Geschäftsleitung der Einrichtung bestreitet jedoch, dass diese Zusammenkunft eine Weihnachtsfeier für Mitarbeitende, Bewohner und Bewohnerinnen gewesen sei. Es habe lediglich eine Essensausgabe im Freien stattgefunden, eine nach draußen verlagerte Kantine.

Alle Hygieneregeln seien eingehalten worden. Die Einrichtung hatte zudem das Landratsamt Erding Ende November über die Zusammenkunft vorab informiert. Mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass es nicht um eine Weihnachtsfeier handele, sondern dass eine Essensausgabe unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandregeln stattfinden würde.

Landratsamt wir nach Prüfung entscheiden

Im Moment ist unklar, ob die Zusammenkunft illegal war. Das Landratsamt Erding als zuständige Ordnungsbehörde muss jetzt darüber und über etwaige Bußgelder entscheiden. Am Nachmittag hat es erklärt, dass die Heimaufsicht etwaige Maßnahmen gegen die Einrichtung, bzw. den Träger prüfe. Das Landratsamt Erding hat jetzt den Träger der Einrichtung um eine kurzfristige offizielle Stellungnahme gebeten, außerdem habe man gegen die an der "Essensausgabe“ beteiligten Personen ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.

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