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Polizei löst unerlaubte Bauern-Demo in Straubing auf | BR24

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Die Polizei hat in der Nacht auf Montag eine nicht angemeldete Bauern-Demo im Straubinger Osten aufgelöst. Etwa 45 Traktoren hatten sich vor dem Zentrallager einer Supermarktkette postiert.

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Polizei löst unerlaubte Bauern-Demo in Straubing auf

Die Polizei hat eine spontane Demonstration von Landwirten in Straubing aufgelöst. Sie versperrten mit etwa 45 Traktoren den Zufahrtsweg eines Supermarkt-Zentrallagers. Die Bauern machen unter anderem Supermärkte für ihre Lage verantwortlich.

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Die Polizei hat in der Nacht auf Montag eine nicht angemeldete Bauern-Demo im Straubinger Osten aufgelöst. Etwa 45 Traktoren hatten sich vor dem Zentrallager einer Supermarktkette postiert. Wie die Polizei Straubing am Montagmorgen mitteilt, waren bis zu 60 Personen an der Demonstration beteiligt.

Kurzzeitiger Stau am Zentrallager

Die Landwirte versperrten mit ihren Traktoren den Zufahrtsweg des Zentrallagers in der Schlesischen Straße, weswegen über 20 Lkw weder rein- noch rausfahren konnten. Gegen 0.35 Uhr traf die Polizei ein. Nach Absprache mit der Staatsanwaltschaft bestand der Verdacht der Nötigung.

Landwirte lösten Demo schnell auf

Auf BR-Nachfrage sagte ein Polizeisprecher, dass die Traktoren nach einer ersten Polizeianweisung sofort weggefahren wurden. Außerdem haben die Landwirte auf weitere Demos verzichtet und die spontane Versammlung aufgelöst. Nun wird wegen eines Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ermittelt.

Traktoren aus mehreren Landkreisen

Die Traktoren stammten laut Kennzeichen aus den Landkreisen Straubing-Bogen, Regensburg und Rottal-Inn. Die Bauern hielten zum Teil Plakate hoch, auf denen sie ihren Unmut über den Import von Agrargütern zum Ausdruck brachten, so der Polizeisprecher. Offenbar gab es in der Nacht mehrere Bauern-Demos in Bayern. Der Straubinger Polizeisprecher wusste von sieben Demos an Lagern derselben Supermarktkette.

Protest gegen Supermärkte

Seit Monaten protestieren die deutschen Bauern, unter anderem um auf ihre schwierige wirtschaftliche Lage aufmerksam zu machen. Verantwortlich machen sie dafür unter anderem große Supermarktketten. Die widersprechen dem Vorwurf, ihre Marktmacht bei Preisverhandlungen auszunutzen. Heute gibt es bei Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin ein Treffen mit Vertretern beider Seiten zum Thema.

Bauernverband rechtfertigt unerlaubte Demo

Der Bayerische Bauernverband hat mittlerweile Verständnis für das Anliegen der Protestierenden geäußert: Zu den rechtlichen Hintergründen rund um die offenbar nicht genehmigte Protestaktion der Landwirte in Straubing könne er sich nicht äußern, erklärte der Pressesprecher des Bayerischen Bauernverbandes Markus Drexler auf BR Anfrage. Die spontanen Aktionen in Straubing und an anderen Supermarkt-Zentrallagern in Bayern seien aber Folge der völlig ungleichen und unfaireren Beziehung zwischen Handel und Erzeugern. Vier große Konzerne, so der Bauernverband, kontrollieren in Deutschland inzwischen 85 Prozent des Lebensmittelmarktes. Die Folge sei ein gnadenloser Preiskampf auf dem Rücken der Bauern.