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So will die Polizei das Böllerverbot kontrollieren | BR24

© BR/Henning Pfeifer

Silvester und Neujahr wird es ernst mit dem Böllerverbot: In der Münchner Fußgängerzone sollen 300 Polizisten sogar ein komplettes Feuerwerksverbot kontrollieren, das erstmals angeordnet wurde. Geldbußen zwischen 75 und 1.000 Euro sind möglich.

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So will die Polizei das Böllerverbot kontrollieren

Silvester und Neujahr wird es ernst mit dem Böllerverbot: In der Münchner Fußgängerzone werden 300 zusätzliche Polizisten zur Kontrolle eingesetzt. Eine lückenlose Überwachung ist aber unmöglich. Geldbußen zwischen 75 und 1.000 Euro drohen.

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Die Münchner Polizei will in der Silvesternacht mit zusätzlichen Kräften die neuen Regelungen zum Böllerverbot in der Münchner Innenstadt kontrollieren. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, werden rund 300 zusätzliche Kräfte im Bereich der Fußgängerzone und am Viktualienmarkt eingesetzt sein.

Totales Feuerwerksverbot in der City

Hier gilt erstmals in der Geschichte der Landeshauptstadt ein komplettes Feuerwerksverbot - und zwar in der Silvesternacht von 21 Uhr abends und 2 Uhr früh. In dieser Zeit darf zwischen Hauptbahnhof und Viktualienmarkt Feuerwerk weder abgebrannt noch mitgeführt werden.

Die Begründung: Gefahrenabwehr. Mit inzwischen über 8.000 Feiernden ist laut Polizei die Lage in der Fußgängerzone so unübersichtlich geworden, dass die Beamten die Übeltäter nicht mehr so leicht ausfindig machen können. Denn immer häufiger werden den Beamten zufolge Feuerwerkskörper absichtlich oder zumindest fahrlässig in die Menge geschossen. Hinzu kämen Verbrennungen und Knall-Traumata mit Hörstürzen oder sogar geplatzten Trommelfellen.

Verbot reiner Knallkörper innerhalb des Mittlerern Rings

Innerhalb der Münchner Umweltzone – also innerhalb des Mittleren Rings – gilt an Silvester und am Neujahrstag jeweils ganztägig ein Böllerverbot. Erlaubt ist also nur Feuerwerk mit Leuchteffekten. Die Stadt will so gegen Lärm, Luftverschmutzung und Müll angehen. Die Kontrolle des Verbots wird allerdings schwierig.

"Die gesamte Umweltzone kann man natürlich nicht lückenlos überwachen", sagt Polizeisprecher Sven Müller im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk (Bayern 2, radioWelt am Morgen). Außerdem wolle man den Leuten nicht den Spaß verderben. Kontrollen werde es aber geben bei Personen, die etwa "Riesenraketen" mit sich führen.

Bei Missachtung drohen Geldbußen zwischen 75 und 1.000 Euro. Die Ladenbesitzer des Viktualienmarkts hatten auf ein totales Feuerwerksverbot gedrängt: Sie fürchten vor allem die Brandgefahr für die Marktstände.

Allgemeingültige Einschränkungen fürs Silvesterfeuerwerk

Grundsätzlich gilt für Stadt und Land: Nur am 31. Dezember und am 1. Januar darf jeder, der will, Feuerwerk zünden – nie jedoch in der Nähe von Kirchen, Kliniken, Kinder- und Altersheimen sowie von besonders brandgefährdeten (historischen) Gebäuden. Rund um die bayerischen Schlösser, Burgen und Residenzen dürfen ebenfalls keine Feuerwerkskörper abgebrannt werden.

Ingolstadt streng, Rosenheim lockerer

In Ingolstadt gilt nach einem Stadtratsbeschluss für die gesamte Innenstadt ein Verbot für das Abschießen von Feuerwerkskörpern von 22 Uhr am Silvesterabend bis zum Neujahrstag um 1 Uhr früh. Auch Erding und Freising haben Verbotszonen eingerichtet. Etwas liberaler geht es in Rosenheim zu: Dort ist lediglich der Max-Josefs-Platz für Feuerwerk gesperrt.

Appell an Vernunft der Tutzinger

Dort wo es noch keine Vorschriften gibt, helfen möglicherweise eine freundliche Bitte oder Vernunft. Die Tutzinger Bürgermeisterin ruft die Bewohner dazu auf, im Namen des Umweltschutzes auf Feuerwerk zu verzichten. Der Umweltausschuss hatte vor Kurzem entschieden, noch kein Verbot zu beschließen und stattdessen einen Appell auszusprechen.

Ramsau verzichtet seit 2016 auf Feuerwerk

Die Gemeinde Ramsau bei Berchtesgaden ruft Einwohner und Gäste schon seit 2016 als zertifiziertes Bergsteigerdorf dazu auf, auf Feuerwerk zu verzichten.

© BR

München macht heute Ernst: 300 zusätzliche Polizisten werden das Feuerwerks- und Böllerverbot in der Innenstadt überwachen. Die Beamten kontollieren jedoch nur sporadisch, setzen eher auf Überzeugungsarbeit als auf Strafen.