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Polizei kontrolliert Lkw-Fahrer in ganz Bayern | BR24

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Die Polizei hat heute bundesweit Lkw kontrolliert. Mit der Aktion sollten die Fahrer für Gefahren sensibilisiert werden.

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Polizei kontrolliert Lkw-Fahrer in ganz Bayern

Bundesweit werden heute Lkw kontrolliert. Lastwagenfahrer sollen für Gefahren im Verkehr sensibilisiert werden. Gut 800 Polizisten verteilen sich allein in Bayern auf 200 Kontrollstellen.

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Bereits im Mai hatte Innenminister Joachim Herrmann mitgeteilt, mehr Sicherheit im Straßenverkehr durch verstärkte Lkw-Kontrollen erreichen zu wollen. Denn Unfälle mit Lkw haben oft dramatische Folgen. Dabei sind seltener die Lastwagenfahrer die Opfer. Für Autofahrer, Radler und Fußgänger ist das Risiko viermal so hoch, bei einem Crash mit einem Lkw zu sterben.

Der bundesweite Kontrolltag "Sicher.mobil.leben - Brummis im Blick" findet auf Beschluss der Innenministerkonferenz statt. Deutschlandweit werden bis zu 5.000 Polizisten im Einsatz sein. Kontrollstellen gibt es etwa in Unterfranken.

"Unsere Spezialisten der Verkehrspolizei werden vor allem prüfen, ob die Fahrer die gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten einhalten – Übermüdung ist eine der Hauptunfallursachen!" Michael Zimmer, Polizeisprecher des Präsidiums Unterfranken

Keine Angaben zu Kontrollschwerpunkten

Wo genau kontrolliert wird und wann, dazu macht das bayerische Innenministerium bewusst keine Angaben. Im Gegensatz zum Blitz-Marathon, wo Fahrern vorab Gelegenheit gegeben wurde, sich auf die Kontrollen einzustellen, gibt es heute keine Ankündigung. Lkw-Fahrer müssen heute also überall damit rechnen, überprüft zu werden - mit hoher Wahrscheinlichkeit aber auf viel befahrenen Strecken und beliebten Parkplätzen.

Werden die Ruhezeiten eingehalten? Gibt es technische Mängel?

Mehrere Risikofaktoren sollen bei den Kontrollen beleuchtet werden. Haben die Fahrer ausreichend geschlafen und die vorgeschriebenen Pausen gemacht? Lkw-Fahrer stehen unter wachsendem Zeitdruck. Hier geht ein Appell der Verantwortlichen auch an die Planer der Logistik-Unternehmen, ausreichend Zeit für die Transporte einzurechnen.

Viele Lkw sind nicht ausreichend gewartet. Nach Angaben des für die Aktion zuständigen Innenministeriums in Schleswig-Holstein stellten Kontrolleure in den vergangenen zwei Jahren an jedem fünften Lastwagen technische Mängel fest: Lichtanlage defekt, Reifen abgefahren, Bremsen oder Achsen im schlechten Zustand. Etwa jedes zehnte Fahrzeug wurde deshalb sogar zeitweise gestoppt.

Die Kontrolleure wollen auch die Ladung der Lastwagen prüfen. Ist zu viel eingeladen worden, wird das Fahrzeug instabil und schwerer zu steuern. Wenn Paletten mit Ladung nicht ausreichend festgemacht sind, geraten sie beim Bremsen schnell ins Rutschen. Das Einhalten der Vorschriften über sichere Ladung hilft also mit, Unfälle mit Lkw zu vermeiden.

"Wir werden auch den technischen Zustand der Fahrzeuge ins Visier nehmen und überprüfen, ob die Ladung entsprechend gesichert ist. Über soziale Netzwerke wird die Polizei den ganzen Tag über Hintergründe berichten und Tipps und Hinweise zum Thema geben – unter dem Hashtag #sichermobilleben." Michael Zimmer, Polizeisprecher des Präsidiums Unterfranken

Tausende Verstöße im vergangenen Jahr

Laut Innenministerium kam es 2018 auf Bayerns Straßen zu 18.206 Verkehrsunfällen mit Beteiligung des Schwerlastverkehrs. Dabei starben 134 Menschen (2017: 157) und 5.380 wurden verletzt (2017: 5.709). Die Hauptursachen seien Fehler beim Abbiegen, fehlender Sicherheitsabstand und nicht angepasste Geschwindigkeit sowie Übermüdung, Ablenkung oder erhebliche technische Mängel gewesen.

In Unterfranken gab es laut Polizei 2018 knapp 1.900 Unfälle, in die LKW verwickelt waren, 20 Menschen starben, mehr als 500 wurden verletzt. "Wir haben in Unterfranken eine Haupttransitroute mit der A3", so Polizeisprecher Michael Zimmer. "Letztes Jahr gab es bei uns 36 Sonder-Kontrollen des Schwerlastverkehrs – da haben wir 3.400 Verstöße gegen das Fahrpersonalgesetz feststellen müssen, viele Fahrer waren übermüdet."

© BR

Gut 800 Polizisten sind bayernweit im Einsatz, um LKW-Kontrollen durchzuführen. Laut Innenministerium sind 200 Kontrollstellen in Bayern geplant. Damit handele es sich um eine der größeren LKW-Schwerpunktkontrollen im Freistaat.