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Polizei in Augsburg: Deshalb gab es keine öffentliche Fahndung | BR24

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Im Fall des in Augsburg getöteten Feuerwehrmanns konnte die Polizei sechs der sieben Tatverdächtigen festnehmen. In den Sozialen Medien gab es Kritik, dass es keine öffentliche Fahndung gegeben hat. Die Polizei hat ihr Vorgehen nun erklärt.

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Polizei in Augsburg: Deshalb gab es keine öffentliche Fahndung

Im Fall des in Augsburg getöteten Feuerwehrmanns konnte die Polizei sechs der sieben Tatverdächtigen festnehmen. In den Sozialen Medien gab es Kritik, dass es keine öffentliche Täterbeschreibung gegeben hat. Die Polizei hat ihr Vorgehen nun erklärt.

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Der Fall des getöteten Feuerwehrmanns in Augsburg hat in Bayern Bestürzung ausgelöst. Die Polizei konnte am Sonntag sechs der sieben Tatverdächtigen festnehmen. Dabei halfen den Ermittlern vor allem die Aufnahmen der Überwachungskameras am Augsburger Königsplatz.

In den Sozialen Medien gab es vor den Festnahmen viel Kritik, weil die Polizei zwar einen Zeugenaufruf gestartet, aber keine öffentliche Fahndung samt Fotos und Täterbeschreibung vorgenommen hatte. Auch auf der Facebook-Seite von BR24 gab es zahlreiche Kommentare, die Unverständnis über das Vorgehen der Polizei äußerten.

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Drei von vielen Facebook-Kommentaren, die eine öffentliche Täterbeschreibung im Fall des getöteten Augsburger Feuerwehrmanns forderten.

Die Augsburger Polizei erklärte ihr Vorgehen gegenüber dem Bayerischen Rundfunk so:

"Wenn wir schnell die Fotos veröffentlicht hätten, hätte die Gefahr bestanden, dass wir die Ermittlungen dadurch gefährden." Markus Trieb, Augsburger Polizeisprecher

Den Ermittlern lagen in dem Fall Aufnahmen von Überwachungskameras vor. "Wir haben das Bildmaterial, das wir hatten, ausgewertet und konnten somit schnell die Tatverdächtigen weitestgehend identifizieren", erklärte Trieb weiter.

Auch zum letzten, noch nicht gefassten mutmaßlichem Täter hat die Polizei keine Fotos oder Videoaufnahmen veröffentlicht. "Weitergehende Auskünfte sind aus ermittlungstaktischen Gründen nach wie vor nicht möglich", hieß es dazu in einer Pressemitteilung der Polizei.

Wann darf die Polizei öffentlich fahnden?

Um einen Tatverdächtigen öffentlich mit Fotos suchen zu dürfen, gibt es laut BR-Rechtsexperten einige Hürden: Die Straftaten, die der Person angelastet werden, müssen zum Beispiel von erheblicher Bedeutung sein. Das heißt, dass sie "mindestens dem mittleren Kriminalitätsbereich zuzurechnen sind, den Rechtsfrieden empfindlich stören und geeignet sind, das Rechtsgefühl der Rechtssicherheit der Bevölkerung erheblich zu beeinträchtigen". Welche Taten genau darunter fallen, legt das Gesetz nicht fest. Der Richter oder die Staatsanwaltschaft müssen jeden Fall einzeln beurteilen.

Im Fall des getöteten Feuerwehrmanns in Augsburg wären diese Voraussetzung mit hoher Wahrscheinlichkeit gegeben gewesen. Eine öffentliche Fahndung erschien der Polizei in diesem Fall aber nicht nötig, da es die Videoaufnahmen vom Augsburger Königsplatz gab, auf denen die polizeibekannten Tatverdächtigen zu erkennen sind.

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Die Polizei hat die Täter schnell gefasst. Aber es hat gedauert bis Informationen an die Öffentlichkeit gegeben wurden. Was war der Grund? BR-Polizeiexperten Oliver Bendixen erläutert die Einzelheiten.