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Gefälschte Euro-Geldscheine unter einer Lupe
© pa/dpa/Jens Büttner

Autoren

Lena Deutsch
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Gefälschte Euro-Geldscheine unter einer Lupe

178 Durchsuchungen bei 160 Tatverdächtigen hat es am Mittwoch in Deutschland als Teil einer großangelegten internationalen Aktion wegen Geldfälschung gegeben. Den Verdächtigten wird vorgeworfen, über das Darknet von einem Österreicher Falschgeld gekauft zu haben. In 220 Fällen wurden Ermittlungsverfahren wegen Geldfälschung eingeleitet. Auch in Bayern wurden zahlreiche Objekte durchsucht, zudem gab es eine Festnahme.

24 Tatverdächtige in Bayern

Das teilte das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) dem Bayerischen Rundfunk mit. Demnach wurden im Freistaat 28 Objekte durchsucht – hier gibt es 24 Tatverdächtige. Mehr als 150 Ermittler waren in allen Regierungsbezirken tätig. Laut LKA konnten mehrere Euro-Falschnoten, geringe Mengen an Marihuana, Ecstasy und LSD sowie Butterfly-Messer sichergestellt werden. Ein 53-Jähriger wurde durch Beamte der Kripo Regensburg festgenommen. Der Mann sitzt bereits in Untersuchungshaft wegen des Verdachts der Geldfälschung.

900 Polizisten waren an der Aktion beteiligt

Die Durchsuchungen (durchgeführt von den einzelnen Präsidien) verteilen sich wie folgt: Mittelfranken 2, München 7, Niederbayern 1, Oberbayern Nord 3, Oberbayern Süd 2, Oberfranken 2, Oberpfalz 1, Unterfranken 3, Schwaben Nord 1, Schwaben Süd/West 1. Außerdem durchsuchten die Falschgeldexperten des LKA in München, im Landkreis Dachau und im Landkreis Kitzingen fünf weitere Wohnungen in einem eigenen Ermittlungsverfahren. Die meisten Durchsuchungen gab es neben Bayern noch in Nordrhein-Westfalen (43). Insgesamt waren mehr als 900 Polizeibeamte in allen 16 Bundesländern im Einsatz.

Falschgeld im Darknet verkauft

Die Durchsuchungen in Deutschland waren Teil einer internationalen Aktion gegen Geldfälschung, die in 13 Staaten vom 3. bis 6. Dezember unter Koordination von Europol stattfand. Insgesamt gab es circa 300 Durchsuchungen. Ihren Ausgang nahmen die Ermittlungen Mitte des Jahres bei einem 32-jährigen Österreicher in Leoben (Steiermark), dessen Falschgelddruckerei durch Ermittler ausgehoben wurde. Der Mann druckte zuhause 10, 20, und 50-Euro-Falschgeldnoten und verkaufte sie im Internet über das Darknet. Dafür verlangte er, je nach Qualität, 15 bis 40 Prozent des Nominalwertes. Mittels Packstationen verschickte er dann das Falschgeld an die Käufer. So brachte er das Falschgeld europaweit in Umlauf. Der 32-Jährige muss sich zurzeit in Österreich vor Gericht verantworten.

In Deutschland koordinierten das Bayerische Landeskriminalamt sowie die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg die Durchsuchungen. Im letzten Jahr wurden allein in Bayern etwa 11.000 gefälschte Banknoten sichergestellt. Das LKA geht davon aus, dass es 2018 wieder in etwa so viele sein werden.