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Polizei: Flächendeckender Einsatz von Bodycams in Unterfranken | BR24

© BR Fernsehen

Unterfränkische Polizeibeamte führen Bodycams vor.

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Polizei: Flächendeckender Einsatz von Bodycams in Unterfranken

Die Polizeibeamten in Unterfranken sind die ersten in Bayern, die flächendeckend mit Bodycams ausgerüstet werden. Insgesamt sollen 126 solcher Geräte an die Streifenbesatzungen in Unterfranken ausgegeben werden.

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Nach erfolgreichen Pilotversuchen in München, Augsburg und Rosenheim hat der unterfränkische Polizeipräsidenten Gerhard Kallert heute die neuen Geräte der Öffentlichkeit vorgestellt. Bei Bodycams handelt es sich um Kameras, die Polizeibeamte am Körper tragen und aktivieren dürfen, falls sie oder Dritte bedroht werden.

Bodycams sollen Polizeieinsätze dokumentieren

Laut Bayerischem Innenministerium geht es nicht darum, verdeckte Aufnahmen zu erstellen. Dem Polizeipräsidium Unterfranken zufolge soll die Möglichkeit, während eines Einsatzes sowohl Video- als auch Audioaufnahmen zu machen, in erster Linie dazu dienen, die Beamten vor tätlichen Angriffen zu schützen.

Die Kameras, welche die Polizisten verwenden, verfügen über ein sogenanntes "Pre-Recording". Das bedeutet, die Kameras laufen grundsätzlich ununterbrochen. Speichern darf die Polizei die Aufzeichnung aber nur dann, wenn zum Beispiel Leib und Leben bedroht wurden. Hintergrund ist, dass die Polizisten die Kameras andernfalls extra starten müssten und somit der Einschalt-Grund nicht ersichtlich sein könnte.

Die Einsatzkräfte erhoffen sich, dass die neuen Bodycams im Einsatzfall deeskalierend wirken. In ganz Bayern sollen für rund 1,8 Millionen Euro insgesamt 1.400 Bodycams angeschafft werden.

© Albrecht Rauh/BR-Mainfranken

Unterfränkische Polizeibeamte führen Bodycams vor.

Datenschützer haben Bedenken

Datenschützer äußerten aber Bedenken zum Einsatz von Bodycams, zum Beispiel weil Unbeteiligte oder Passanten mit den Kameras aufgezeichnet werden könnten. Auch Einsätze in Wohnungen, dürften mitgefilmt werden – ohne dass davor oder danach ein richterliches Einverständnis eingeholt werden muss.

Außerdem gab es Kritik daran, dass die Bundespolizei die Aufzeichnungen ihrer Bodycams auf Amazon-Servern in den USA speichert. In Bayern wird das Videomaterial allerdings verschlüsselt und auf lokalen Servern in der Wache gesichert.