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Polizei findet illegale Falle an einem Biberpfad | BR24

© BR/Hubert Fischer

Unbekannte haben in Amerdingen illegale Fallen aufgestellt, um Biber zu töten (Symbolbild)

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Polizei findet illegale Falle an einem Biberpfad

An einem Biberpfad in Amerdingen im Landkreis Donau-Ries hat die Polizei eine verbotene Tellerfalle entdeckt. So eine Falle ist auch für Menschen äußerst gefährlich. Im Landratsamt geht man davon aus, dass die Falle von Wilderern stammt.

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Die Polizei Nördlingen hat an einem Gewässer in Amerdingen eine illegale Tellerfalle entdeckt. Da die seit 1995 in der EU verbotene Falle an einem Biberpfad aufgestellt war, geht die Polizei davon aus, dass jemand das streng geschützte Tier töten wollte. Laut Polizei waren aber auch spielende Kinder und Spaziergänger gefährdet.

Wer will Biber töten?

Bislang gibt es weder Hinweise aus der Bevölkerung noch einen Tatverdächtigen. Die Fläche auf der die Falle gefunden wurde, gehört dem Landkreis Donau-Ries. Das Motiv für die Tat ist noch unklar. Laut Polizei sei Biberfleisch zum Beispiel mittlerweile in Gourmetkreisen beliebt. Im Landratsamt Donau-Ries geht man davon aus, dass ein Wilderer die Falle aufgestellt hat.

Biberfalle lag weit entfernt von Feldern und Wiesen der Bauern

Volker Geiß, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde beim Landratsamt weist darauf hin, dass die Falle auf einem Biberpfad im sogenannten Trassbruch gefunden wurde. Der Trassbruch ist ein ehemaliger Steinbruch. Er ist heute ein Naturdenkmal, ziemlich zugewachsen. Es sind einige Tümpel entstanden. Das gesamte Grundstück gehört dem Landkreis. Felder und Wiesen von Bauern, die durch den Biber geschädigt werden könnten, lägen nicht in direkter Nähe. Der Biber würde im Trassbruch ausreichend Nahrung und Lebensraum finden. „Der Biber stört dort niemanden“, so Volker Geiß. Es müsse sich bei dem Fallensteller um einen Wilderer handeln. Man habe keine Idee, wer ein Interesse daran haben könnte, dass der Biber dort verschwindet.

Bauern mögen keine Biber - aber auch keine illegalen Fallen

Hinweise, dass ein Landwirt die Falle aufgestellt haben könnte, gibt es bislang nicht. Zwar ist der Biber unter Bauern sehr unbeliebt. Das gibt auch Karlheinz Götz, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes im Landkreis Donau-Ries, zu. Er könne es verstehen, dass manch einer etwas gegen den Biber habe. Trotzdem stellt er klar: „Wir leben in einem Rechtsstaat! Da geht so etwas gar nicht!“

Biber können auch legal bekämpft werden

Götz verweist darauf, dass es auch legale Methoden gibt, gegen den Biber vorzugehen. Meist könne dann zunächst die Kommune Präventionsmaßnahmen einleiten, zum Beispiel Bäume mit einem Zaun schützen oder auch Flächen neben den Bächen mit Elektrozäunen gegen den Biber schützen. Hilft das nichts, könne dann auch das Landratsamt den Biber entfernen, also töten.

Ist Artenschutz für Biber noch zeitgemäß?

Karlheinz Götz vom Bauernverband beklagt, dass die Biberpopulation mittlerweile sehr groß sei. Er wünsche sich deshalb, dass der Biber von der europäischen Artenschutzliste wieder gestrichen wird. Die Biber könnten mit ihren Dämmen Bäche und Drainagen verstopfen, so dass Wiesen und Felder unter Wasser stehen und der Landwirt Ertragseinbußen hat. Auch unterirdische Gänge der Biber würden manchmal bis unter die Felder gehen. Bauern könnten dann mit ihren Maschinen einbrechen und feststecken.

Tellerfallen sind nicht nur für Biber gefährlich

Die Polizei Nördlingen bittet die Bevölkerung um Hinweise, um den Fallensteller zu erwischen. Denn die Tellerfalle sei auch für den Menschen eine Gefahr. Schnappen die gezackten Metallbügel zu, können die sogar laut Polizei Unterschenkel abtrennen. Wer in eine solche Falle tappt, könne außerdem oftmals keine Hilfe holen, weil die Tellerfallen mit einer Kette am nächsten Baum festgemacht werden.

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Weitere Information zur Verweildauer

© BR/Tobias Chmura

An einem Biberpfad in Amerdingen im Landkreis Donau-Ries hat die Polizei eine verbotene Tellerfalle entdeckt. So eine Falle ist auch für Menschen gefährlich. Selbst Bauern, die nichts vom Artenschutz für Biber halten, sind strikt gegen solche Fallen.