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Eine Pflegerin der Himmelkroner Heime soll behinderte Bewohner geschlagen und beleidigt haben.
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Eine Pflegerin der Himmelkroner Heime soll behinderte Bewohner geschlagen und beleidigt haben.

Die Diakonie Neuendettelsau bestätigt, dass gegen eine Mitarbeiterin der Himmelkroner Heime im Landkreis Kulmbach der Vorwurf der Misshandlung von schwerbehinderten Bewohnern besteht. "Wir haben die Vorwürfe geprüft und festgestellt, dass die Beteiligten die Situationen unterschiedlich darstellen", sagte Diakonie-Sprecher Thomas Schaller dem Bayerischen Rundfunk. Nun müssten die Ermittlungen der Polizei zeigen, was genau passiert ist.

Pflegerin arbeitet wieder

Betreuer der Bewohner hätten der Heimaufsicht von den Vorfällen berichtet. Diese hätte dann Anzeige bei der Polizei erstattet, so Schaller weiter. Die betroffene Gruppenleiterin sei im November vergangenen Jahres suspendiert worden, um die Situation zu beruhigen. Inzwischen habe sie ihren Dienst in Himmelkron aber wieder aufgenommen. Mehrere Mitarbeiter seien versetzt worden, ebenfalls um die Situation zu entzerren.

Mitarbeiter sollen Fälle melden

Schaller betont, dass Gewalt gegen Bewohnern nicht in Ordnung sei und von der Diakonie sanktioniert werde. "Wir wollen das nicht unter den Tisch kehren", so der Diakoniesprecher. "Wir ermutigen unsere Mitarbeiter dazu, solche Fälle zu melden." Ein liebevoller und respektvoller Umgang mit behinderten Menschen sei der Diakonie sehr wichtig, so Schaller.

Hoher Stellenwert der Unschuldsvermutung

Medienberichten zufolge soll eine Gruppenleiterin der Himmelkroner Heime einen Bewohner massiv beleidigt und eine Bewohnerin mit einem Zahnputzbecher geschlagen haben. Die Kriminalpolizei Bayreuth ermittelt. Details wollen die Beamten nicht nennen. Bei derartige Vorwürfe müssten die Ermittler "sehr vorsichtig" sein, da die Unschuldsvermutung einen hohen Stellenwert habe, sagte Polizeisprecher Jürgen Stadter. Wenn Anzeige erstattet wird, ist die Polizei allerdings immer verpflichtet, zu ermitteln.