Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Nach Tumult im Ankerzentrum: Polizei prüft Ermittlungen | BR24

© pa/dpa/Lino Mirgeler

Das Ankerzentrum in der Zeißstraße im Osten von Regensburg: Hier war es am Samstag zu Ausschreitungen gekommen.

26
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Nach Tumult im Ankerzentrum: Polizei prüft Ermittlungen

Nach den tumultartigen Ausschreitungen im Regensburger Ankerzentrum arbeitet die Polizei die Vorfälle jetzt auf. Es ist nicht das erste Mal, dass es in einem der umstrittenen bayerischen Ankerzentren zu Gewalt kommt.

26
Per Mail sharen
Teilen

Der Tod einer Frau in der zentralen Regensburger Flüchtlingsunterkunft hat am Wochenende einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Die Einsatzkräfte sprachen von Ausschreitungen in dem sogenannten Ankerzentrum. Etwa 40 bis 50 Bewohner hatten sich am Samstag daran beteiligt, wie ein Polizeisprecher sagte. Verletzt wurde niemand. Wie die Frau starb, ist nach wie vor unklar. Hinweise darauf, dass die Frau einem Verbrechen zum Opfer gefallen sein könnte, hat die Polizei nach eigenen Angaben nicht.

Aufgeheizte Situation

Am Samstagvormittag war der Polizei eine leblose Person in dem Heim gemeldet worden. Der Notarzt konnte nur noch den Tod der 31 Jahre alten Nigerianerin feststellen und rief die Polizei für die weiteren Ermittlungen. "Ein Teil der Einrichtungsbewohner reagierte zunehmend emotional auf die Anwesenheit der Ermittler", berichtete Polizeisprecher Dietmar Winterberg. Es habe zunächst Drohgebärden gegeben, "die schließlich damit endeten, dass Steine und Glasflaschen auf die Beamten vor Ort geworfen wurden".

Die Lage in dem Heim war so aufgeheizt, dass die Leiche erst nach etwa drei Stunden aus dem Gebäude gebracht werden konnte. Aufgebrachten Bewohnern war dann gestattet worden, unter Polizeiaufsicht den Sarg zu dem Fahrzeug des Bestattungsunternehmens zu bringen, um die Situation zu beruhigen.

Tote hinterlässt drei Kinder

Die 31-Jährige hinterlässt drei Kinder im Alter von drei bis neun Jahren. Das Jugendamt kümmert sich nun um die Kinder. Die Polizei prüft unterdessen, ob gegen Bewohner des Heims wegen der Auseinandersetzungen Ermittlungen eingeleitet werden müssen.

Immer wieder Polizeieinsätze in Ankerzentren

Kritiker sehen die Art der Unterbringung in großen, oftmals kasernenähnlichen Heimen als einen Grund für Aggressionen unter den Bewohnern an. In der Vergangenheit gab es bereits mehrfach bei Einsätzen in bayerischen Ankerzentren schwere Konflikte zwischen Bewohnern und Polizeikräften. Dabei gab es beispielsweise im oberfränkischen Bamberg, im schwäbischen Donauwörth und im niederbayerischen Deggendorf Verletzte und Festnahmen.

In allen bayerischen Regierungsbezirken gibt es die umstrittenen Ankerzentren. Dort werden insbesondere Flüchtlinge längerfristig untergebracht, die nach Ansicht der Behörden wenig Chancen auf Asyl haben. Die anderen Flüchtlinge sollen möglichst bald in dezentrale Heime weitervermittelt werden. Das Wort Anker steht für An(kunft), k(ommunale Verteilung), E(ntscheidung) und R(ückführung).

© BR

Großeinsatz der Polizei im Regensburger Ankerzentrum. Ein junge Frau aus Afrika war tot aufgefunden worden. Polizeibeamte, die die Todesursache klären wollten, wurden von Asylbewerbern angegriffen. Es kam zu heftigen Tumulten.