Die Polizei Motorradstaffel wird die Staatsgäste lotsen

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Polizei beim G7-Gipfel: Personalmangel in den Regierungsbezirken

Polizei beim G7-Gipfel: Personalmangel in den Regierungsbezirken

Die Sicherheit des G7-Gipfels hat für die Bayerische Polizei Priorität. Tausende Polizeibeamte sind vor Ort. Auf den Dienststellen fehlen rund 30 Prozent der Beamten. Ein spürbarer Personalmangel - zum Beispiel in der Oberpfalz.

Am Dienstag endet der G7-Gipfel im oberbayerischen Elmau. Auch für die Polizisten aus Niederbayern und der Oberpfalz findet damit einer der größten Einsätze in diesem Jahr einen Abschluss.

Je 600 Polizisten aus Niederbayern und der Oberpfalz im Einsatz

Aus beiden Regierungsbezirken waren jeweils 600 Polizisten im Einsatz, wie eine extra eingerichtete G7-Pressestelle der Polizei erst nach mehrmaliger BR-Nachfrage nun offiziell bekannt gegeben hat. Insgesamt sollen zum Schutz der sieben Staats- und Regierungschefs rund 18.000 Polizisten aus Bayern und Deutschland zusammengezogen worden sein.

Das würde einem ähnlichen Personalaufwand wie bei dem letzten G7-Gipfel 2015 entsprechen, den Deutschland ebenfalls vor dem Alpenpanorama in Elmau ausgerichtet hatte. Damals waren laut Pressestelle allerdings weniger Polizisten aus Niederbayern und der Oberpfalz im Einsatz. Vor sieben Jahren wurden jeweils nur 450 Polizisten zur Unterstützung gebraucht.

Auch Oberpfälzer Bereitschaftspolizei bei G7-Gipfel

Neben den Polizisten aus den einzelnen Regierungsbezirken waren beim G7-Gipfel auch Kräfte der Bereitschaftspolizei vor Ort. Ob und wie viele Bereitschaftspolizisten vom Oberpfälzer Standort Sulzbach-Rosenberg im Einsatz waren, will die Pressestelle der Polizei aber aus "einsatztaktischen Gründen" nicht sagen.

Auch außerbayerische Polizeibeamte im Einsatz

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) schätzt, dass wegen des G7-Gipfels rund 30 Prozent der bayerischen Polizisten im Einsatz sind. Wie der bayerische Landesverband und die extra für den G7-Gipfel eingerichtete Pressestelle der Polizei bestätigt, ist dabei jedes Polizeipräsidium gleich belastet. Eine Sprecherin teilt mit, bei der Vorbereitung und Bewältigung des Einsatzes anlässlich des G7-Gipfels 2022 handle es sich um eine große Kraftanstrengung für die gesamte Bayerische Polizei, die mit Unterstützung von außerbayerischen Einsatzkräften für die Sicherheit der Veranstaltung sowie auch der Bevölkerung sorge.

Polizei sieht Sicherheit in Bezirken gewährleistet

Insgesamt sind für den Schutz des G7-Gipfels etwa 18.000 Polizisten zusammengezogen worden. Die Sicherheit in Bayern und in den einzelnen Regierungsbezirken sieht die Polizei nicht gefährdet. "Neben der Absicherung des G7-Gipfels 2022 wird sich die Bayerische Polizei selbstverständlich auch weiterhin um die Sicherheit im gesamten Freistaat kümmern. Die Aufrechterhaltung des Dienstbetriebs wird nicht zuletzt durch eine Urlaubssperre gewährleistet", heißt es.

Personalmangel: Dienststellen müssen umplanen

Für Christian Kiener, DPolG-Bezirksvorsitzender in der Oberpfalz und Mitglied im Landesvorstand, bedeutet der G7-Gipfel daher vor allem eins: Mehr Belastung für die bayerischen Polizeibeamten. "Unterm Strich bleibt die Sicherheit zwar gewährleistet. Aber mit weniger Personal muss nun jede Dienststelle so umplanen, dass sie die Dienststärke aufrechterhalten kann", sagt Kiener. Kurzfristig müssten daher neue Schichtmodelle angewandt werden.

240.000 Überstunden für Ostbayerns Polizeibeamte

Das heißt: Die Beamten müssen teils länger arbeiten, mit weniger freien Tagen zwischen den Diensten. Die Bayerische Polizei baut dadurch weitere Überstunden auf, warnt Kiener. "Wie 2015 schieben wir dann wieder einen Berg vor uns her." Bereits jetzt kommen die Beamten jeweils in Niederbayern und der Oberpfalz auf rund 120.000 Überstunden, so das Bayerische Innenministerium auf BR-Nachfrage. Insgesamt haben sich bei der Bayerischen Polizei über 2,4 Millionen Überstunden angehäuft.

Andreas Bachmann und Stefan Scheider

Bildrechte: BR24

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