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Polizei-Aktion gegen Gewaltvideos auf Kinderhandys angelaufen | BR24

© BR/Sarah Beham

Viele Eltern wissen gar nicht, was für abstoßende und brutale Videos auf den Smartphones ihrer Kinder landen. Die Polizei in Niederbayern hat deswegen eine große Plakataktion gestartet. Ein erster Zwischenbericht.

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Polizei-Aktion gegen Gewaltvideos auf Kinderhandys angelaufen

Viele Eltern wissen gar nicht, was für abstoßende und brutale Videos auf den Smartphones ihrer Kinder landen. Die Polizei in Niederbayern hat deswegen eine große Plakataktion gestartet. Ein erster Zwischenbericht.

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Seit rund einer Woche läuft die Plakataktion der Polizei Niederbayern gegen gefährliche Inhalte auf Smartphones von Kindern und Jugendlichen. An rund 500 niederbayerischen Schulen hängen die blau-weißen Plakate bereits. Darauf steht: "Befinden sich auf deinem Smartphone Dateien mit sexuellem bzw. pornografischem Inhalt oder Gewaltdarstellungen, dann begehst du eine von mehreren möglichen Straftaten". Eine Warnung.

Handys werden eingezogen

Kinder unter 14 Jahren werden zwar nicht juristisch bestraft, die Smartphones werden jedoch ersatzlos weggenommen, alle Dateien darauf gelöscht und die Handys manchmal auch zerstört. Ein ausschlaggebender Grund für die Polizei-Plakataktion war unter anderem ein brutales Gewaltvideo auf dem Smartphone einer Zwölfjährigen im Raum Landshut vor ein paar Wochen.

Schnelle Verbreitung über Gruppen-Chats

Über WhatsApp hatte sich das Video im Klassen-Chat verbreitet. Zwölf Handys hat die Polizei sichergestellt, zehn davon wurden vernichtet. An das Video erinnert sich Rainer Schink von der Kriminalpolizei Landshut immer noch - derart verstörend und brutal war der Inhalt.

Zahlen steigen alarmierend an

Immer öfter hat die Polizei mit Fällen zu tun, die laut Gesetz Straftaten sind. Allein in Niederbayern stieg die Zahl sexuellen Missbrauchs durch Vorzeigen von pornografischen Bildern und Videos innerhalb eines Jahres (von 2017 auf 2018) um knapp 55 Prozent (von 31 Fällen auf 48). Auch das Verbreiten pornografischer Schriften nahm um knapp zehn Prozent zu (von 124 auf 136 Fälle).

Verstörende Wirkung auf Kinder

Am Robert-Koch-Gymnasium in Deggendorf hängen bereits Plakate. Schulleiter Heinz-Peter Meidinger kennt das Problem von Gewalt- und auch Mobbingvideos auf Schülerhandys. Er kennt deswegen auch die Wirkungen solcher Videos: "Kinder, die verstört sind, die Angst bekommen, die sich auch nicht trauen, sich den Eltern oder Lehrern anzuvertrauen - das führt im Extremfall auch dazu, dass Kinder Schulangst bekommen, dass sie auch nicht mehr in die Schule gehen wollen."

Schüler mit geteilter Meinung

Die Schüler am Deggendorfer Gymnasium sehen die Plakataktion mit gemischten Gefühlen. Die Warnung, dass das Handy weggenommen wird, regt sie zum Nachdenken an. Sie fänden jedoch Vorträge von Polizisten angebrachter, in denen Jugendliche über die Konsequenzen aufgeklärt werden.