Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Polizei-Aktion gegen Gewalt und Pornografie auf Kinder-Handys | BR24

© pa/SVEN SIMON

Zwei Jungs mit ihren Handys

2
Per Mail sharen
Teilen

    Polizei-Aktion gegen Gewalt und Pornografie auf Kinder-Handys

    Viele Eltern wissen nicht, was ihre Kinder mit dem Smartphone machen. Auch wenn der Nachwuchs verantwortungsvoll damit umgeht, droht Gefahr in Chats und Messenger-Diensten. Die Polizei in Niederbayern will nun mit einer Aktion warnen und aufklären.

    2
    Per Mail sharen
    Teilen

    Die Kriminalpolizei in Niederbayern startet eine großangelegte Aktion gegen gefährliche Inhalte auf Smartphones von Kindern und Jugendlichen. Am Mittwoch beginnt in Zusammenarbeit mit allen Schulen im Regierungsbezirk Niederbayern, den Jugendämtern und den Jugendsozialarbeitern an den Schulen die PlakatAktion: "DEIN Smartphone, DEINE Entscheidung".

    Gefahr lauert vor allem in großen Chat-Gruppen

    Fast jedes Kind besitzt laut einer Mitteilung des Polizeipräsidiums Niederbayern mittlerweile ein eigenes Smartphone mit Internetzugang. In Chatgruppen und Messenger-Diensten werden immer öfter auch Video-, Audio-, Bild-, und Textdateien mit strafbarem Inhalt geteilt. In einem aktuellen Fall wurde auf dem Smartphone einer Zwölfjährigen ein kinderpornografisches Video sichergestellt, so das Polizeipräsidium Niederbayern. Im Anschluss wurden von der Polizei im Umfeld insgesamt zwölf Handys sichergestellt, auf einem der Geräte befand sich außerdem ein brutales Gewaltvideo. Schon Kinder im Alter von acht Jahren haben teilweise sogenannte "Snuff-Videos" auf dem Handy, in denen Menschen getötet werden, berichtet Rainer Schink von der Kripo Landshut dem Bayerischen Rundfunk.

    Abstoßende Videos hinter harmlosen Vorschaubildern

    Wie die Polizei erklärt, verstecken sich die pornografischen oder gewaltverherrlichenden Videos oft hinter harmlos wirkenden Vorschaubildern wie zum Beispiel spielenden Hundewelpen. Durch den Besitz und die Verbreitung verbotener Inhalte können sich Jugendliche ab 14 Jahren zudem strafbar machen.

    Vorsicht vor der Funktion "Medien automatisch speichern"

    Gefährlich ist die Grundeinstellung vieler Messenger-Dienste. Medien wie Bilder oder Videos, die in Chats und Gruppen-Chats verschickt werden, werden beim Empfänger meist automatisch gespeichert. Damit macht man sich auch als Empfänger strafbar. Bei jüngeren Kindern wird bei Erfüllung des Straftatbestandes das Smartphone ersatzlos eingezogen oder der Speicher komplett gelöscht.

    "Da haben wir ein riesiges Problem, weil diese Dateien auch ohne schlechtes Gewissen getauscht werden. Oder auch ohne Wissen der Kinder, ohne Zutun den Weg auf das Handy, auf den Datenspeicher finden, weil durch Grundeinstellungen in Messenger-Apps der Download automatisch stattfindet." Rainer Schink, Kriminalpolizei Landshut

    Gefahr des "Sexting"

    Eine weitere Gefahr ist das sogenannte "Sexting". Jugendliche tauschen dabei selbst erstellte Nacktbilder oder Videos per Handy aus. Die Polizei spricht von einer "modernen, technologiegestützen Form des Flirtens." Die Daten gelangen so schnell ins Internet, der Urheber hat keine Kontrolle mehr über die Verbreitung.

    Die Tipps der Kriminalpolizei im Überblick:

    • Sprechen Sie mit Ihren Kindern bzw. mit Ihren Schülern über diese Gefahren.
    • Seien Sie selbst Vorbild bei der Nutzung von Smartphones/Tablets.
    • Nutzen Sie vertrauliche Beratungs- und Hilfsangebote, zum Beispiel beim Schulpsychologen, dem Jugendsozialarbeiter an der Schule (JaS), dem Jugendamt oder anderen sozialen Stellen bzw. Einrichtungen.