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Politikwissenschaftlerin Ursula Münch im Rundschau Magazin

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Politikwissenschaftlerin Münch: Huml zu wenig sichtbar

Zu viele Pannen, zu wenig sichtbar: Aus Sicht der Politikwissenschaftlerin Ursula Münch von der Akademie für Politische Bildung in Tutzing hatte die Abberufung von Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml diverse Gründe.

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Von
  • Margit Ehrlich

Nach den Pannen um die Corona-Tests an den Grenzen im Sommer habe es beim Impfen wieder Versäumnisse gegeben, erklärte die Politikwissenschaftlerin Ursula Münch im Rundschau Magazin im BR-Fernsehen zur Abberufung von Gesundheitsministerin Melanie Huml. Es sei nicht ausreichend geimpft worden, Impfdosen seien verfallen, Transportwege falsch gewesen.

Nachfolger Holetschek mehr "Macher" als Huml

Zudem sei Huml ihrer Meinung nach aus Sicht des Ministerpräsidenten zu ruhig in der Präsentation gewesen. Zu wenig sei sichtbar gewesen, was das Gesundheitsministerium tue. Humls Nachfolger im Gesundheitsministerium, Klaus Holetschek (beide CSU), sei ein "Macher", er habe gute Kontakte in die Kommunen, könne gut organisieren und erkenne möglicherweise schneller, wo gehandelt werden müsse, so Münch weiter.

Piazolo nicht ohne weiteres ersetzbar

Auf die Frage, ob nun auch der Stuhl von Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) wackle, sagte Münch, das sei ein anderer Fall. Ein Minister der Freien Wähler befinde sich "nicht in der Verfügungsmasse" von Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Wenn Söder einen anderen Kultusminister wolle, laufe das auf einen Koalitionsbruch hinaus.

15-Kilometer-Regel könnte in großen Städten zum Problem werden

Zu den neu erlassenen Corona-Maßnahmen erklärte die Politikwissenschaftlerin, sie fürchte, sie seien angesichts steigender Zahlen und der neuen Mutation des Virus unvermeidbar. Die Schwierigkeit sei, dass man jetzt noch nicht wisse, ob die Maßnahmen einen Unterschied machten. Über die 15-Kilometer-Regelung könne man "trefflich streiten", meinte Münch. Sie frage sich, was passiere, wenn München wieder ein Hotspot mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 200 werde.

Dann müssten die Menschen in einer Millionenstadt in einem Umkreis von 15 Kilometern bleiben. Ihrer Meinung nach bestehe die Gefahr, dass eben dann im Stadtgebiet zu viele Menschen aufeinanderträfen, die ins Freie wollten, so Münch.

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