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Das Singspiel auf dem Nockherberg 2019: Derbleckt werden ist Lob und Spott zugleich.

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Politiker-Derblecken auf dem Nockherberg: Spott ist Ehre

Spott und bissige Kritik sind das Wesen von Fastenpredigt und Singspiel auf dem Nockherberg. "Derblecken" ist eine typisch bayerische Disziplin, heißt es. Und die wird nicht nur beim Starkbieranstich gepflegt.

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Von
  • Tobias Brunner
  • Susanne Hagenmaier

"Derblecken": ein so bayerisches wie einprägsames Wort – das aber für manchen Nicht-Mundartler auch schnell zur Stolperfalle werden kann. Heute verbinden die meisten das Derblecken wahrscheinlich direkt mit dem traditionellen Starkbieranstich auf dem Nockherberg. Dabei wird immer und überall derbleckt.

"Vom Kindergarten bis in die höchsten Altersstufen – wann immer jemand anderes verspottet wird, sprechen wir von 'Derblecken'", sagt Ludwig Zehetner, Sprachforscher und eine Instanz, was die bayerische Mundart anbelangt. Denn nichts anderes bedeute Derblecken: verspotten.

"Derb lecken"? Eher nicht

Der Ausdruck hat etymologisch aber nichts mit "derb" oder "lecken" zu tun, so Zehetner. Stattdessen geht es um das Blecken der Zunge, also das Herausstrecken. Woher aber die Vorsilbe "der" stammt, die es auch nur im bayerischen Dialekt gibt, ist nicht ganz gesichert.

Die wahrscheinlichste Erklärung ist laut Zehetner eine falsche Silbentrennung. So dass aus einem "er hat erbleckt" im Lauf der Zeit irgendwann ein "er hat derbleckt" entstand. Das "t" in "hat" wurde also zum "d" und wanderte ein Wort weiter: "derbleckt" eben.

© Tobias Brunner, Johanna Rupprecht
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Heute verbinden die meisten das Derblecken wohl mit dem traditionellen Starkbieranstich auf dem Nockherberg. Dabei ist die Herkunft viel banaler.

Wer nicht derbleckt wird, hat wenig zu melden

Derbleckt werden am Nockherberg besonders die Politiker. Viele der Getroffenen nehmen die Seitenhiebe mit stoischem Lächeln im Festsaal entgegen. Aber wie reagiert man am besten darauf, wenn es einen trifft? "Indem man sich freut, dass einem die Ehre zu Teil wird, dort erwähnt zu werden", sagt Mundart-Forscher Zehetner.

Das kann auch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) bestätigen. Er sagte im Jahr 2019: "Das Schlimmste, was passieren kann: dass man nicht vorkommt."

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