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Plößberger wollen riesige Schaf-Herde von Hand schnitzen | BR24

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In Plößberg (Lkr. Tirschenreuth) sollte heuer eigentlich die weltweit größte handgeschnitzte Krippe ausgestellt werden. Dann kam Corona dazwischen. Die Plößberger arbeiten an einer Alternative.

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Plößberger wollen riesige Schaf-Herde von Hand schnitzen

In Plößberg sollte eigentlich die weltweit größte handgeschnitzte Krippe ausgestellt werden. Coronabedingt wurde die Ausstellung abgesagt. Die Plößberger schnitzen derweil an einer riesigen Schafherde. Die Inspiration kam aus der Mongolei.

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In Plößberg im Kreis Tirschenreuth hat Schnitzen eine 200-jährige Tradition. Deshalb sollte eigentlich im Kultursaal der Gemeinde Plößberg die größte von Hand geschnitzte Krippe der Welt ausgestellt werden. Doch die Corona-Krise vereitelte die Ausstellungspläne. Aber: Die Plößberger ließen sich nicht entmutigen. Aktuell setzen sie eine neue Idee um. Sie wollen 30.000 Schafe schnitzen. Die Inspiration dafür kam aus der Mongolei.

Waldverein arbeitet an Herde mit 30.000 Holz-Schafen

Hobbyschnitzerin Ruth Gerl sitzt zu Hause an ihrer Werkbank. In der Hand hält sie ein Messer, vor ihr liegen Hobel und Holzstücke. Sie schnitzt ein "Corona-Schaf", wie sie es nennt. Gerl ist Hobbyschnitzerin und Teil des Projekts, bei dem 30.000 Holz-Schafe entstehen sollen. Hubert Haubner, der Leiter der Krippenfreunde im Oberpfälzer Waldverein hat seine Inspiration für das Projekt aus der Corona-Krise gezogen. Er habe gehört, dass der mongolische Präsident China 30.000 Schafe schenkt, um die Corona-Krise zu bewältigen. So sei ihm die Idee gekommen, Schafe zu schnitzen und für einen guten Zweck zu verlosen.

Waldverein verschickt Schafrohlinge

Längst schnitzen nicht mehr nur die Plößberger allein an dem Projekt. Mittlerweile haben sie Schaf-Rohlinge entwickelt, die man zu Ende schnitzen kann. Die Nachfrage nach den Rohlingen sei groß, sagt Haubner. Per Post seien bereits Rohlinge nach Tschechien, Amberg und Passau gegangen. In Passau arbeitet zum Beispiel Katharaina Sollfrank mit an der Schafherde. Dafür nutzt sie die Rohlinge aus Plößberg. "Meine schauen noch eher aus wie ein Dackel, aber es macht so viel Spaß", sagt die Hobby-Schnitzerin.

Waldverein: Schafherde soll bunt gemischt sein

Das Brauchtum sei wichtig, gerade in der Corona-Zeit, sagt. Die Herde aus Holz-Schafen solle bunt und international sein. Noch ist die Zahl 30.000 Schafen nicht erreicht. Wer mitschnitzen möchte, soll sich deshalb beim Oberpfälzer Waldverein melden.

Die Ausstellung, bei der die Schafe in die Krippe integriert werden sollen, ist für Advent 2021 geplant. Bis dahin soll die Herde so groß, wie möglich werden. Im Rahmen der Weltrekord-Krippenschau soll sie dann für einen guten Zweck versteigert werden.

© BR/Anne Axmann

Die Plößberger wollen möglichst viele Schafe schnitzen.

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Die Schafherde soll möglichst groß werden.

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Die Schafherde soll bei der nächsten Ausstellung im Advent in die Krippe integriert werden.