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Platz wird knapp: Streit um XXL-Gewächshäuser in Langenzenn | BR24

© BR/Marc Neupert

Seit Generationen baut die Familie von Johannes Höfler im Knoblauchsland Gemüse an. Dort kann er den Betrieb nicht vergrößern und will deshalb im Langenzenner Ortsteil Hardhof bauen - zum Ärger einiger Anwohner.

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Platz wird knapp: Streit um XXL-Gewächshäuser in Langenzenn

Das Knoblauchsland ist zwar eines der größten Gemüseanbaugebiete in Deutschland, trotzdem wird der Platz knapp. Die Gärtner suchen deshalb Alternativen auf dem Land, etwa in Langenzenn. Die Bürger dort aber wollen keine XXL-Gewächshäuser.

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Seit Generationen baut die Familie von Johannes Höfler im Knoblauchsland vor den Toren Nürnbergs konventionelles Fruchtgemüse an, vor allem Tomaten und Gurken. Zwei Hektar groß sind die Gewächshäuser, in denen allein 45.000 Cocktail-Tomatenpflanzen wachsen und täglich geerntet werden. Den Betrieb vergrößern – das ist hier nicht möglich. Rundherum ist alles bebaut.

Zehn Hektar Tomaten und Gurken unter Glas geplant

Deshalb will Höfler nun rund 20 Kilometer weiter in Langenzenn (Lkr. Fürth) Gewächshäuser bauen. Im Langenzenner Ortsteil Hardhof sollen auf insgesamt zehn Hektar unter Glas Tomaten und Gurken in Bio-Qualität wachsen. Das ist viel zu groß, sagen die Bürgerinnen und Bürger vor Ort. Gärtnermeister Johannes Höfler aber will die Pflege und Ernte in den Anlagen automatisieren. Dann aber müssen die Gewächshäuser so groß sein, erklärt er. Auf Saison-Arbeitskräfte kann Höfler trotzdem nicht verzichten.

Anwohner sorgen sich um sinkendes Grundwasser

In Hardhof sorgen die Pläne des Nürnberger Gemüsebauern für Entsetzen. Die 44 Anwohner lehnen das Vorhaben kategorisch ab. Seit sie im Frühjahr von den geplanten XXl-Gewächshäusern erfahren haben, kämpfen sie gegen das Projekt an. Ihre größte Angst: Die wasserarme Region könnte durch den großangelegten Gemüse-Anbau weiter austrocknen. "Der Grundwasserspiegel fällt ständig", berichtet Landwirt Thomas Ziegler. Und in einem Gewächshaus werde nun einmal viel Wasser benötigt. Zudem werde viel wertvolle Fläche überbaut. Die Gewächshäuser seien so groß wie drei Mal die Allianz-Arena in München, hat Anwohner Karl-Heinz Losert ausgerechnet. Die Menschen in Hardhof sorgen sich aber auch um das Landschaftsbild in dem idyllischen Ort oberhalb von Langenzenn. Der Blick ins Tal würde mit dem Bau der Anlage eingeschränkt, sagen sie. Hinzu kommt, dass im Landkreis Fürth Fläche ohnehin ein knappes Gut ist.

Knoblauchsländer Gärtner will Speicherbecken für Regenwasser bauen

Die Angst der Hardhöfer um ihr Trinkwasser kann Johannes Höfler nicht nachvollziehen. Er plant für seine XXL-Anlage ein Regenwasserspeicherbecken mit bis zu 70.000 Kubikmeter Fassungsvermögen. Damit will er mindestens 85 Prozent seines Wassersbedarfs decken. Aktuell sei er dabei, mit dem Wasserversorger vor Ort zehn bis 15 Prozent aus den Stadtwasserleitungen zu entnehmen. Wenn der Wasserversorger das mittrage, sei die Bewässerung sichergestellt, so Höfler.

Auch im nahen Keidenzell soll Riesen-Gewächshaus entstehen

Ob die XXL-Gewächshäuser tatsächlich kommen, steht derzeit noch nicht fest. Noch hat die Knoblauchsländer Familie Höfler das knapp 15 Hektar große Grundstück, auf dem bisher ein Biobauer Aronia-Sträucher anbaut, nicht gekauft. Auch an anderer Stelle in Langenzenn will ein anderer Landwirt Gewächshäuser bauen. Im nur wenige Kilometer entfernten Keidenzell stoßen die Pläne aber genauso wie in Hardhof auf massiven Widerstand vieler Anwohner. Die Argumente hier sind ähnlich: Angst ums Wasser, das Landschaftsbild und die knappe Fläche im Landkreis Fürth.

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