Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Plattlinger Papierfabrik: 160 Jobs weg - Mitarbeiter schockiert | BR24

© Bayern 1

Die Plattlinger Papierfabrik wird eine Papiermaschine abschalten - 160 Jobs fallen dadurch weg. Die Mitarbeiter reagieren schockiert auf den Stellenabbau. Jetzt mischt sich auch die Politik ein.

1
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Plattlinger Papierfabrik: 160 Jobs weg - Mitarbeiter schockiert

Die Plattlinger Papierfabrik wird eine Papiermaschine abschalten - 160 Jobs fallen dadurch weg. Die Mitarbeiter reagieren schockiert auf den Stellenabbau. Jetzt mischt sich auch die Politik ein.

1
Per Mail sharen
Teilen

Nach dem angekündigten Stellenabbau bei der Plattlinger Papierfabrik, sind die Mitarbeiter verunsichert. Bis zu 160 Jobs könnten wegfallen. Das hat der finnische Konzern UPM, zu dem die Plattlinger Papierfabrik gehört, am Dienstagnachmittag (02.04.19) mitgeteilt.

Stellenabbau: Treffen von Politikern

"Das war gestern der schwärzeste Tag für die Papierfabrik seit Bestehen, wir sind schockiert", so Helmut Faber, Betriebsratsvorsitzender der Plattlinger Papierfabrik im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk. Am Donnerstagnachmittag (04.04.19) wollen sich Plattlings Bürgermeister Erich Schmid (CSU), Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW), Minister und Stadtrat Bernd Sibler (CSU), Landrat Christian Bernreiter (CSU) mit Werkleiter Mika Kämpfe und UPM-Vertreter Winfried Schaur treffen, auch Faber wird dabei sein. Fabers Wunsch für das Treffen:

"Ich erhoffe mir, dass wir wirklich sozialverträgliche Lösungen finden. Wir haben viele neue junge Mitarbeiter, die in den letzten zwei Jahren eingestellt wurden. Wir können ja nicht alle in den Vorruhestand schicken. Wir wollen keine Kündigungen." Helmut Faber, Betriebsratsvorsitzender

Unternehmensberatung im Haus: Stellenabbau war vorhersehbar

Laut Faber war im letzten Jahr eine Unternehmensberatung im Haus - "dass die eher Personal reduzieren, war uns bewusst. Wir wussten nicht, in welcher Größenordnung es uns erwischen wird. Dass das in so einer Katastrophe endet, damit hat niemand gerechnet", sagt Faber.

"Totenstille in den Versammlungen"

Im Sommer vergangenen Jahres habe Faber den Geschäftsführer der Plattlinger Papierfabrik noch gefragt: Wird es eine Schließung geben? Da habe es geheißen: Nein, denn zur Schließung werde kein Unternehmensberater benötigt. Faber kann sich nicht erklären, was in den letzten Monaten vorgefallen ist, sodass jetzt knapp jeder Vierte Mitarbeiter seinen Job in der Plattlinger Papierfabrik verlieren könnte. "Es herrscht Totenstille in den Versammlungen." Nächste Woche beginnen die Verhandlungen.

Schließung: Reaktion auf Nachfragerückgang

Am Standort Plattling arbeiten rund 600 Beschäftigte. Insgesamt laufen dort drei Papiermaschinen, die älteste davon mit der Nummer 10 soll stillgelegt werden. Damit reagiere man auf einen beständigen Nachfragerückgang auf den Papiermärkten.

Die geplante Schließung würde jährliche Kosteneinsparungen von rund 17 Millionen Euro zur Folge haben, wie es heißt. Die Plattlinger Papierfabrik verfügt derzeit noch über eine Produktionskapazität von 785.000 Tonnen Papier pro Jahr – 155.000 Tonnen davon sollen wegfallen.