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Plastikwahnsinn Silo-Ballen? | BR24

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In Plastik eingewickelte Silo-Ballen

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Plastikwahnsinn Silo-Ballen?

Überall auf dem Land erheben sich Gebirge aus Plastikballen, die Futter für das Vieh silieren. Welche Mengen an Plastik werden dafür verbraucht?

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Eine Plastikfolie deckt eine sogenannte Fahr-Silage ab. In einem befahrbaren Stadel ohne Dach und Wände wird Tier-Futter für die kommenden Winter aufbewahrt. Um das Futter, die sogenannte Silage, haltbar zu machen, verwendet der Landwirt Plastikfolien.

Denn: "Die Milchsäuregärung kann nur stattfinden unter Luftabschluss", sagt Barbara Misthilger von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft: "Ich muss also den Sauerstoff aus meinem Silostock rausbekommen beziehungsweise schauen, dass keiner mehr reinkommt. Und das kann ich nur über eine Folie - eine Sauerstoffbarriere eben - erhalten."

Die Luft muss raus aus dem Futter

Besonders auffällig sind die sogenannten Siloballen. Die runden weißen Ballen stehen auf vielen Wiesen und Feldern herum. Oft über Jahre hinweg an derselben Stelle.

Auch Landwirt August Seidinger setzt immer wieder auf solche Silo-Ballen. Er bevorzugt zwar die größeren Fahr-Silagen, kommt manchmal aber nicht um die in Plastik eingewickelten Silo-Ballen herum.

"Große Silos sind für große Viehbestände immer vorteilhaft, weil die Konservierung auf die Art günstiger ist. Aber ich mache auch kleine Siloballen, also kleine Flächen, die etwas Abseits liegen. Oder wenn ich nicht die komplette Fläche mähe, mach ich Siloballen, weil das dann mit weniger Arbeitsaufwand ein gutes Ergebnis bringt." August Seidinger, Landwirt

2.000 Tonnen Plastikfolie in Bayern recycelt

Das größte Recycling-Rücknahmesystem für Landwirte namens Erde - kurz für "Erntekunststoffe Recycling Deutschland" - nimmt alleine in diesem Jahr in Bayern 2.000 Tonnen Plastik zurück. Auch August Seidinger gibt seine benutzten Agrarfolien dort ab, würde aber gerne komplett darauf verzichten.

"Wesentlich für mich ist, dass ich eine einwandfreie Futterqualität erreichen kann. Das muss ich bisher noch mit Plastik machen. Wenn ich drauf verzichten kann, tue ich das gerne", sagt Landwirt Seidinger. Er versucht Plastik "so gut ich kann in ein Recycling zurückzuführen".

Folie aus nachwachsenden Rohstoffen

Hochsilos - die älteste Form, Silage zu lagern - sind teuer und umständlich zu be- und entladen. Eine andere Alternative zur Plastikfolie gibt es für Landwirte noch nicht. Doch in Bayern wird danach gesucht. Eine Möglichkeit: Folie zum Aufsprühen, die aus nachwachsenden Rohstoffen besteht. Sie befindet sich gerade in der Entwicklung, bis sie auf den Markt kommt dauert es aber noch. Daran wird auch an der Landesanstalt für Landwirtschaft geforscht.

"Es dauert sehr lange, weil es praxistauglich sein muss. Man will natürlich dem Landwirt erst etwas zur Verfügung stellen, wenn es auch wirklich für die Praxis relevant ist. Das braucht einfach gewisse Zeit", betont Barbara Misthilger von der Landesanstalt.

© BR / Ebner

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