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Im Oktober 2017 hat die Stadt Straubing zusammen mit verschiedenen Hochschulen und regionalen Praxispartnern ein mehrjähriges Forschungsprojekt gestartet. Nun ist es abgeschlossen und zeigt: Bei vorhandenen Alternativen wird auf Plastik verzichtet.

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Plastikprojekt Straubing: Kunden greifen zu Alternativen

Im Oktober 2017 hat die Stadt Straubing zusammen mit verschiedenen Hochschulen und regionalen Praxispartnern ein mehrjähriges Forschungsprojekt gestartet. Nun ist es abgeschlossen und zeigt: Bei vorhandenen Alternativen wird auf Plastik verzichtet.

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Von
  • Sarah Beham
  • BR24 Redaktion

Ein dreieinhalbjähriges Projekt der Stadt Straubing mit Partnern aus Wissenschaft und Praxis zur Plastikmüllvermeidung ist jetzt abgeschlossen. Die Ergebnisse und Empfehlungen werden am Freitagabend digital mit Vertretern aus der Politik, wie Wissenschaftsminister Bernd Sibler, diskutiert.  

Plastikmüll-Vermeidung: Politik müsse handeln

Der Projektkoordinator, Thomas Decker aus Straubing, erhofft sich von der digitalen Podiumsdiskussion mehr Aufmerksamkeit für das Thema Plastikmüll-Vermeidung von der Politik, die handeln müsse: "Der freie Markt wird das Plastikaufkommen nicht reduzieren, hierzu braucht es die politische Einflussnahme. EU-weit müssen Regelungen geschaffen werden, um die Plastikflut einzudämmen." Decker ist der Meinung, dass die Politik auch dafür sorgen müsste, das Recyclingsystem zu erleichtern.

"Aus Müll etwas Neues machen und das Plastik in den Kreislauf zurückführen." Thomas Decker, Projektkoordinator

Instrumente wie Verbote oder eine Verteuerung von herkömmlichen Plastikverpackungen wären hier Möglichkeiten. Denn wie die Ergebnisse zeigen, greifen Kunden beispielsweise im Supermarkt zu Alternativen – "wenn sie ihnen angeboten werden", so Decker. Wie Experimente und Beobachtungen im Rahmen des Plastikprojekts gezeigt haben, greifen 53 Prozent der Kunden zu einer umweltfreundlicheren, aber teureren Verpackungsalternative bei Obst und Gemüse, wenn sie angeboten wird, anstatt zur herkömmlichen Plastikverpackung.

Plastikaufkommen in Corona-Pandemie gestiegen

Die aktuelle Corona-Pandemie habe aber gezeigt, dass das Plastikaufkommen wieder gestiegen sei: "Es wird im Obst- und Gemüseregal wieder weniger lose gekauft, die Menschen haben hygienische Bedenken, außerdem wird allgemein viel online gekauft." Die Empfehlung des Projektteams: Regional kaufen, To-Go-Lebensmittel in einem mitgebrachten Topf abholen oder die Verpackungen dem Wirt zurückgeben. Am Ende des dreieinhalbjährigen Projekts zur Plastikmüllvermeidung - "Verbraucherreaktionen bei Plastik und dessen Vermeidungsmöglichkeiten am Point of Sale" (VerPlaPos) - das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wurde, steht eine Plastik-Info-App. Wie Decker sagt, sei in der App ein Plastik-Index integriert. Kunden können für ausgewählte Produkte wie Äpfel oder Tomaten vergleichend sehen, welche Verpackungsform für ein Produkt weniger Plastik vom Erzeuger bis zum Einzelhandel verursacht hat.

Plastik-Info-App soll in Zukunft weiterhelfen

"Leider ist es so, dass diese Zwischenschritte bisher sehr intransparent sind", so Decker. Und weiter: "Die Verbraucher können gar nicht wissen, wie viel Plastikverpackungen entlang der Wertschöpfungskette für ein Produkt verwendet wurden." Die App befindet sich derzeit noch im Beta-Stadium, soll aber für Kunden in der Zukunft kostenlos zum Download bereit stehen.

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