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Das EU-weite Einwegplastikverbot tritt am Samstag in Kraft. Für die Gemeinde Roßtal im Landkreis Fürth wird das keine große Veränderung, denn dort verzichten die Bürgerinnen und Bürger schon länger auf Plastik.

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Plastikfrei in Roßtal: Gemeinde lebt den Umweltschutz

Mit dem 3. Juli treten in der EU neue Regelungen für Einwegverpackungen in Kraft. Die Gemeinde Roßtal im Landkreis Fürth hat sich die Plastikfreiheit schon vor langer Zeit auf die Fahne geschrieben.

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Oliver TubenauerOliver Tubenauer
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Viele Einwegplastikprodukte sind ab Samstag (03.07.21) in der EU verboten. Dazu gehören etwa Trinkhalme, Rührstäbchen, Luftballonstäbe oder Einweg-Geschirr aus konventionellem Plastik und aus "Bioplastik". Auch To-go-Becher und Einweg-Behälter aus Styropor dürfen in der EU nicht mehr produziert und in den Handel gebracht werden. Ab dem 1.1.2022 soll dann auch ein EU-weites Plastiktütenverbot gelten. Die Gemeinde Roßtal im Landkreis Fürth hat schon vor Jahren einen entsprechenden Kurs eingeschlagen.

Plastikfreiheit prägt das Ortsbild

Es fällt tatsächlich auf: Wer den Menschen in der 10.000 Einwohnergemeinde Roßtal beim Einkaufen zusieht, stößt auf mitgebrachte Körbe, Papiertüten oder Baumwolltaschen. Selbst in den öffentlichen Mülleimern muss man nach Plastikmüll wühlen. Bei der bloßen Draufsicht ist jedenfalls nichts zu entdecken. Doch bis es so weit kommen konnte, war es ein langer Weg, sagt der Roßtaler Umweltreferent Michael Brak, der seit Jahren beim plastikfreien Kurs federführend ist. Die Initialzündung habe es bereits 2014 bei einer Tauschaktion gegeben. Damals wurden Plastiktüten gegen Baumwolltaschen eingetauscht und die Aktion sei bei der Bevölkerung sehr gut angekommen.

Bereitschaft war bei Bevölkerung und Handel groß

Auf rechtliche Schritte habe man in Roßtal verzichtet, erklärt die Zweite Bürgermeistern Stefanie Rietzke. Lediglich verwaltungsintern habe man festgelegt, weitgehend auf Kunststoff zu verzichten. Beispielsweise bei Geschenken, bei der Ausstellung von Urkunden oder dadurch, dass man einfach keine PET-Flaschen mehr im Rathaus duldete. Viel wichtiger sei es aber gewesen, dass die Bürgerinnen und Bürger sowie die lokale Wirtschaft freiwillig mitgezogen hätten. So fertigt zum Beispiel ein lokales Unternehmen Baumwolltaschen für den Handel und sorgt damit immer wieder für den nötigen Nachschub.

Positive Effekte im Alltag

Der eigentliche Zweck des EU-weiten Plastikverbots ist ja bekanntlich der Schutz der Weltmeere. Doch auch wenn Roßtal weit vom Meer entfernt liegt, hat Stefanie Rietzke einen weiteren positiven Effekt festgestellt, den sie praktisch jeden Tag beobachten kann: "Man merkt es zu Hause. Früher haben sich die Einkaufstüten nach jedem Einkauf gestapelt. Jetzt ist man sensibilisiert und bringt normalerweise schon seine Tasche zum Einkauf mit. Wenn nicht, kann man im Geschäft immer noch auf Papiertüten zurückgreifen", sagt Rietzke. Es sei ein langer Weg gewesen, aber mittlerweile sei der Plastikverzicht in Roßtal zur Selbstverständlichkeit geworden.

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Mit dem 3. Juli treten in der EU neue Regelungen für Einwegverpackungen in Kraft. Die Gemeinde Roßtal im Landkreis Fürth hat sich die Plastikfreiheit schon vor langer Zeit auf die Fahne geschrieben.

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