Ein Teil des Rodenstock-Geländes ist unbenutzt.
Bildrechte: BR/Konstantin König

Ein Teil des Rodenstock-Geländes ist unbenutzt.

Per Mail sharen
Artikel mit Audio-InhaltenAudiobeitrag

Pläne für Rodenstock-Gelände in Regen scheitern vor Gericht

Die Industriebrache auf dem Rodenstock-Gelände in Regen sorgt seit Jahren für Diskussionen. Dabei gab es Pläne für ein großes Einkaufszentrum – die nach einer Klage abgeschmettert wurden. Wieder stellt sich die alte Frage: Was tun mit dem Gelände?

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Niederbayern am .

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof München hat den Bebauungsplan für ein großes Einkaufszentrum mit Lebensmittelhandel und zahlreichen kleinen Läden auf dem sogenannten Rodenstock-Gelände in Regen für unwirksam erklärt. Der Prozess hatte letzte Woche in München stattgefunden, diese Woche wurde den Parteien das Urteil zugestellt.

Die Stadt Regen will das aktuelle Urteil des Verwaltungsgerichtshofs akzeptieren. Das sagte Bürgermeister Andreas Kroner dem BR am heutigen Donnerstag.

Einkaufspark-Geschäftsführer klagt erfolgreich

Gegen den Bebauungsplan hatte ein Konkurrent geklagt, der Einkaufspark von Regen, den es schon seit vielen Jahren gibt. Geschäftsführer Christian Mack sorgte sich um dessen Fortbestand.

Das Bayerische Verwaltungsgericht begründete sein Urteil tatsächlich mit dieser unmittelbaren Nachbarschaft, erklärte heute eine Sprecherin der Stadt Regen. Das geplante Einkaufszentrum auf dem Rodenstock-Gelände und der bestehende Einkaufspark stehen nämlich auf zwei direkt gegenüberliegenden Grundstücken, nur durch eine Straße getrennt.

Gericht sieht Agglomeration von Ladenflächen

Durch diese "Agglomeration", also Zusammenballung, so das Argument des Gerichts, würde die Gesamtzahl an innenstadtrelevanten Ladenflächen überschritten. Die Vorgaben des Bebauungsplans, der unter anderem auf einer Seite des Geländes keine Zugänge vorsah, reichten nach Ansicht des Gerichts als Gegenmaßnahme nicht aus.

Wie geht es weiter mit dem Rodenstock-Gelände?

Wie es jetzt mit dem sogenannten "Rodenstock-Gelände" weitergeht, ist noch unklar, sagte heute der Regener Bürgermeister Andreas Kroner dem BR. Der bisherige Investor für das geplante Einkaufszentrum habe ohnehin Insolvenz angemeldet. Man hoffe aber auf einen neuen Investor.

Genau hier kommt der Unternehmer und Kläger Christian Mack wieder ins Spiel. Der Geschäftsführer des Einkaufsparks von gegenüber sucht nun das Gespräch mit der Stadt. Dem BR sagte Christian Mack heute, er habe durchaus selbst als Investor Interesse an dem Rodenstock-Gelände, aber nur "wenn sich das wirtschaftlich darstellen lässt".

Grundstück mit Altlasten

Problem seien die Grundstückskosten, die Industrie-Altlasten auf dem Gelände und auch die künftige Nutzung müsse man sich gut überlegen. Wenn man dort Läden ansiedele, müssten sie eine Ergänzung zu bestehenden Läden sein, keine Konkurrenz. Der stationäre Handel habe es ohnehin nicht mehr leicht. Mack kann sich für einen Teil des Geländes auch Wohnungen vorstellen.

Das Ziel seien nun Gespräche mit der Stadt, und die Ausarbeitung eines Plans, der nicht wieder "neue Probleme und Leerstände" im Einkaufspark oder in der Region hervorrufe.

Brache sorgt seit Jahren für Diskussionen

Die Industriebrache in Regen sorgt seit Jahren für Diskussionen. Die Stadt hofft darauf, dass das relativ zentral gelegene Gelände endlich wiederbelebt wird. Pläne für ein Einkaufszentrum gibt es seit Jahren, sie scheiterten aber bisher aus unterschiedlichen Gründen.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!