BR24 Logo
BR24 Logo
BR24

Pläne für Münchner Islam-Zentrum geplatzt | BR24

© MFI

Entwürfe für das Islamzentrum

Per Mail sharen

    Pläne für Münchner Islam-Zentrum geplatzt

    Die Pläne für ein Islam-Zentrum an der Dachauer Straße in München sind geplatzt. Der Bau des Zentrums mit Moschee könne wegen Geldmangels nicht realisiert werden, teilte der Vorstand des Vereins Münchner Forum für Islam (MFI) heute mit.

    Per Mail sharen

    Das Islam-Zentrum hätte im neuen Kreativquartier an der Dachauer Straße entstehen sollen. Die Stadt hatte dem Forum für Islam für die Finanzierung eine Frist bis zum 30. Juni gesetzt. Das MFI hätte bis dahin rund 4,5 Millionen Euro aufbringen müssen, um den Baugrund aus städtischem Besitz zu erwerben. Da ein Geldgeber aus Saudi-Arabien seine Spendenzusage von drei Millionen Euro allerdings kurzfristig zurückgezogen hatte, blieb bis zuletzt eine große Finanzierungslücke. Die saudische Regierung habe angeblich die Zahlung verhindert, berichtet Imam Benjamin Idriz, der Vorsitzende des Münchner Forums für Islam e.V.

    Reiter und Vorgänger Ude bedauern das Aus

    Alt-OB Christian Ude, der im Kuratorium des Münchner Forums für Islam sitzt, bedauerte das Aus. Es werde immer wichtiger, den Dialog zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen in der Stadt zustande zu bringen, weil die Spannungen immer großer und gefährlicher würden, so Ude. Auch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter zeigte sich nach der Entscheidung enttäuscht.

    "Ich bedauere, dass es nun doch nicht zu dem sehr engagierten Projekt kommt. Das MFI trägt mit seiner vorbildlichen Arbeit im interreligiösen Dialog zum gelingenden Miteinander in unser Stadt wesentlich bei." Dieter Reiter, OB München

    Vision soll weiterleben

    Das Münchner Forum für Islam sollte auf dem 3.000 Quadratmeter großen Grundstück eine Moschee, eine Bibliothek, eine Akademie für Begegnungen und Gastronomie beherbergen. Der Plan, in München eine repräsentative Moschee zu bauen, sei damit aber nicht vom Tisch, so Benjamin Idriz. Das MFI will sich jetzt auf Sponsorensuche im Inland konzentrieren. Für den Bau des islamischen Begegnungszentrums hatten sich seit Jahren neben dem Penzberger Imam Benjamin Idriz besonders auch die Kirchen und die Stadt München ein gesetzt.

    Gegen das Projekt hatte es aber auch Widerstand von islamfeindlichen Gruppierungen gegeben. Ein Bürgerbegehren gegen den Bau war allerdings vom Verwaltungsgericht für unzulässig erklärt worden.