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Plädoyers im Prozess um Todesfälle im Seniorenheim Gleusdorf | BR24

© BR/ Norbert Steiche

Seit Januar läuft der neu aufgerollte Prozess um rätselhafte Todesfälle im Seniorenheim Gleusdorf (Lkr. Haßberge). Nun werden vor dem Bamberger Landgericht die Plädoyers erwartet.

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Plädoyers im Prozess um Todesfälle im Seniorenheim Gleusdorf

Seit Januar läuft der neu aufgerollte Prozess um rätselhafte Todesfälle im Seniorenheim Gleusdorf (Lkr. Haßberge). Nun werden vor dem Bamberger Landgericht die Plädoyers erwartet.

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Im Prozess um die rätselhaften Todesfälle in der ehemaligen Seniorenresidenz Gleusdorf sollen die Plädoyers gehalten werden. Vor dem Landgericht Bamberg stehen die ehemalige Heimleiterin (60), der Pflegedienstleiter (50) und ein Arzt (71) in leitender Funktion. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen unter anderem gemeinschaftlichen Totschlag durch Unterlassen in einem Fall und versuchten Totschlag durch Unterlassen in zwei Fällen vor.

Prozess Anfang Januar neu aufgerollt

Die ursprüngliche Verhandlung lief seit Juli 2019 und musste nach längerer Erkrankung eines Richters ausgesetzt werden. Anfang des Jahres wurde das Verfahren neu aufgerollt.

In der Seniorenresidenz starben von 2011 bis 2016 mehrere Bewohner unter dubiosen Umständen. Grund dafür sollen laut Anklage Misshandlungen und schlechte Versorgung gewesen sein. Die Vorwürfe ließen die drei Heimmitarbeiter in einer Erklärung ihrer Anwälte zu Prozessbeginn bestreiten.

Nach neun Prozesstagen wurden zwei medizinische Sachverständige und 36 Zeugen erneut gehört. Schon bei der ersten Auflage hatten zwei Rechtsmediziner die Angeklagten im Hauptanklagepunkt entlastet. Es gebe keinen Beleg, dass sie einen 79-jährigen Heimbewohner nach seinem Sturz nicht ausreichend medizinisch versorgt und damit seinen Tod in Kauf genommen hätten.

Drei Angeklagte könnten freigesprochen werden

Beim Neustart des Verfahrens Anfang Januar sprach der Richter unter anderem über den Vorwurf "gemeinschaftlicher Totschlag durch Unterlassen". Er gehe nach der bisherigen Beweisaufnahme davon aus, dass die drei Angeklagten freizusprechen wären.