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Plädoyers im Prozess um Nürnberger S-Bahn-Schubser | BR24

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Im Prozess um die tödliche S-Bahn-Schubserei am Bahnhof Frankenstadion werden am Montag (16.12.) vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth die Plädoyers erwartet.

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Plädoyers im Prozess um Nürnberger S-Bahn-Schubser

Im Prozess um die tödlichen S-Bahn-Stöße am Bahnhof Frankenstadion werden heute vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth die Plädoyers erwartet.

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Vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth müssen sich zwei zur Tatzeit 17-jährige Jugendliche verantworten. Sie sollen nach einer U18-Party in Nürnberg im Januar zwei 16-jährige Schüler in das Gleisbett der S-Bahn gestoßen haben.

Staatsanwaltschaft sieht keinen Tötungsvorsatz

Die Staatsanwaltschaft sieht in ihrer Anklage keinen Tötungsvorsatz und geht von Körperverletzung mit Todesfolge aus. Auch die Anwälte der Angeklagten gehen nach der Beweisaufnahme davon aus, dass ihre Mandanten den einfahrenden Zug nicht gesehen hätten und die Gefahr nicht erkannten. Die Angeklagten hatten sich während der Hauptverhandlung bei den Opferfamilien entschuldigt.

Knapp 200 Zeugen befragt

Die Opferfamilien wollen eine Verurteilung wegen Totschlags erreichen und gehen von einer Tötungsabsicht der Angeklagten aus. Während des nichtöffentlichen Verfahrens wurden Zeugen gehört, die das Drama damals am S-Bahnhof miterleben mussten. Die Polizei hat während der Ermittlungen knapp 200 Zeugen vernommen, vorwiegend jugendliche Diskobesucher und Augenzeugen der Geschehnisse am S-Bahnhof. Während der Hauptverhandlung wurde auch ein Überwachungsvideo des Bahnhofs gezeigt. Zu sehen ist unter anderem, wie die beiden Angeklagten die zwei späteren Opfer in das Gleisbett schubsten. Auch ein weiterer Jugendlicher stürzte, er konnte sich jedoch unverletzt in Sicherheit bringen.

War es Körperverletzung mit Todesfolge?

Mit einer Haftstrafe von bis zu zehn Jahren müssen die Angeklagten rechnen, allerdings stehe im Jugendstrafrecht der Erziehungsgedanke im Vordergrund, erklärte Gerichtssprecher Friedrich Weitner. Die Kammer hat nach den Plädoyers darüber zu entscheiden, ob es Körperverletzung mit Todesfolge war, oder wie von den Nebenklägern angenommen, ein Tötungsvorsatz vorlag. Ein Urteil wird am Mittwoch erwartet.