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Plädoyers im Luchs-Prozess | BR24

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Vor dem Regensburger Landgericht könnte am Freitag der Berufungsprozess zu einer mutmaßlichen Luchstötung im Bayerischen Wald zu Ende gehen.

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Plädoyers im Luchs-Prozess

Vor dem Regensburger Landgericht könnte am Freitag der Berufungsprozess zu einer mutmaßlichen Luchstötung im Bayerischen Wald zu Ende gehen. Der Angeklagte war zunächst zu einer Geldstrafe verurteilt worden, will aber einen Freispruch erreichen.

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Der Berufungsprozess vor dem Regensburger Landgericht wegen einer mutmaßlichen Luchstötung im Bayerischen Wald könnte heute zu Ende gehen. Der Angeklagte aus Lohberg im Landkreis Cham war in der ersten Instanz zu einer Geldstrafe verurteilt worden, will mit seiner Berufung aber einen Freispruch erreichen.

Angeklagter soll mit Luchsjagd geprahlt haben

Am Freitag sind die Plädoyers der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung des Angeklagten geplant. Anschließend könnte auch ein Urteil fallen. Dem angeklagten Jäger wird vorgeworfen, einen Luchs getötet zu haben. Im Prozess hatte ihn ein Zeuge schwer belastet. Dieser hatte ein Jagd-Wochenende im Revier des Angeklagten verbracht. Dabei soll der heute 54-Jährige Lohberger detailliert beschrieben haben, wie er Luchse mit einer Lebendfalle fängt und anschließend erschießt. Vor seinem Jagd-Wochenende hatte der Zeuge bereits für eine TV-Dokumentation des Bayerischen Rundfunks zur Situation der Luchse im Bayerischen Wald recherchiert und war bereits dadurch auf mögliche Luchstötungen aufmerksam geworden.

Tat könnte bereits verjährt sein

Die Verteidigung des Angeklagten weist die Vorwürfe zurück. Sollten die Gespräche stattgefunden haben, habe es sich lediglich um Prahlereien gehandelt. Allerdings hatte die Polizei bei Hausdurchsuchungen unter anderem auch Luchs-Ohren gefunden. Ob die Verurteilung aufrechterhalten wird, könnte aber am Ende von etwas ganz Anderem abhängen. Da ein möglicher Tatzeitpunkt nur schwer festzustellen sei, könnten die Vorwürfe bereits verjährt sein, deutete der Richter im bisherigen Verhandlungsverlauf an.

Weniger Illegale Luchstötungen in Bayern

Illegale Luchstötungen sind in Bayern seltener geworden, auch weil solche Delikte inzwischen "gewissenhaft" durch Polizei und Justiz verfolgt werden. Diese Schlußfolgerung ziehen die beiden Naturschutzorganisationen Landesbund für Vogelschutz und Gregor-Louisoder-Umweltstiftung in einer gemeinsamen Presseerklärung. Das bewiesen auch die aktuellen Zahlen. Es gebe derzeit knapp 50 erwachsene Luchsen und 17 Jungtiere in Bayern. Zum ersten Mal seit Jahren konnte demnach eine leichte Zunahme des Bestands nachgewiesen werden.