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Plädoyers im Aschaffenburger Mordfall "Mezgin" erwartet.

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    Plädoyers im Aschaffenburger Mordfall "Mezgin" erwartet

    Knapp vier Jahre nach dem gewaltsamen Tod eines syrischen Mädchens geht der Prozess vor dem Landgericht Aschaffenburg dem Ende entgegen. Dem Vater des Mädchens wird vorgeworfen, seine Tochter getötet zu haben. Heute werden die Plädoyers erwartet.

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    Von
    • Barbara Ecke
    • BR24 Redaktion

    Er soll seine Tochter Mezgin getötet haben: Deshalb steht ein 46-jähriger Mann aus Syrien seit zweieinhalb Monaten vor dem Aschaffenburger Landgericht. Bislang hat sich der Angeklagte nicht zu den Vorwürfen geäußert. Im Prozess werden heute die Plädoyers der Staatsanwaltschaft, der Nebenklage und des Verteidigers erwartet.

    Angeklagter soll seine Tochter getötet haben

    Laut Anklage soll der Tatverdächtige Mezgin am 4. Mai 2017 an deren Schule abgepasst haben. Mit im Auto soll der 13-Jährige Stiefbruder des Mädchens gesessen haben. Angekommen in einem Waldstück soll der Vater auf die Schülern eingestochen und auch den strafunmündigen Sohn dazu gezwungen haben, auf seine Stiefschwester einzustechen. Laut Staatsanwaltschaft wollte der Mann mit dem Mord an seiner Tochter vermeintlich seine Ehre wiederherstellen, weil ihm ihr Lebenswandel nicht gepasst habe.

    Mezgins Bruder ist nicht vor Gericht erschienen

    Die Staatsanwaltschaft stützt sich bei ihrer Anklageschrift auf die Aussage des damals 13-Jährigen. Er ist nicht als Zeuge vor Gericht erschienen. Es ist unklar, wo er sich aktuell aufhält. Im Prozess hatte der leitende Ermittler Zweifel an der Aussage des Jungen geäußert. Die Leiche Mezgins war im Dezember 2018 in einem Betonschacht in einem Wald entdeckt worden. Es habe keine Verletzungen an dem Skelett gegeben und auch keine Blutspuren. Eine Tatwaffe wurde nicht gefunden.

    Angeklagter soll versucht haben, Freund der Tochter zu töten

    Der Angeklagte muss sich im selben Verfahren auch für den versuchten Mord an dem damals 23-jährigen Freund seiner Tochter verantworten. Einen Monat nach dem Mord an Mezgin soll er am Aschaffenburger Floßhafen versucht haben, den jungen Mann mit einem Teppichmesser zu töten. Danach hatte sich der Mann aus Syrien in die Türkei abgesetzt. Nach der Flucht vergingen mehr als drei Jahre, bis er aus der Türkei nach Deutschland ausgeliefert wurde. Am Donnerstag wird das Urteil gegen den Angeklagten erwartet.

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