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Plädoyer im "Güllemord"-Prozess: Verteidigung fordert Freispruch | BR24

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Die Verteidiger des angeklagten Landwirts haben vor dem Landgericht Augsburg auf Freispruch plädiert. Sie sehen nicht ausreichend Beweise für eine mögliche Tötung.

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Plädoyer im "Güllemord"-Prozess: Verteidigung fordert Freispruch

Eine Frau aus Birkhausen ist im Herbst 2018 auf ihrem Hof tot aufgefunden worden, an und in ihrem Körper war Gülle. Ihr Ehemann wurde verdächtigt, sie ermordet zu haben. Die Verteidigung hat einen Freispruch gefordert und warnt vor einem Fehlurteil.

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Im Mordprozess gegen einen Landwirt aus dem Wallersteiner Ortsteil Birkhausen (Lkr. Donau-Ries) hat die Verteidigung des Angeklagten einen Freispruch gefordert. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor bereits eine Haftstrafe von 13 Jahren und sechs Monaten wegen Totschlags beantragt. Der Angeklagte sagte vor Prozessbeginn auf die Frage eines Reporters: „Ich bin unschuldig. Ich habe mit dem Tod meiner Frau nichts zu tun. Das war ein Unfall.“ Das Plädoyer der Verteidigung dauert zur Stunde noch an.

War es Mord oder ein Unfall in der Güllegrube?

Laut Anklage soll der 55-Jährige seine Ehefrau am Kopf verletzt und anschließend mit Gülle übergossen haben, woran sie erstickt sei. Die Verteidigung und der Angeklagte selbst sprechen von einem Unfall. Das Opfer könnte demnach ohne Fremdeinwirkung in die Güllegrube gestürzt sein und sich noch selbst daraus gerettet, aber letztlich nicht überlebt haben.

Verteidigung: Angeklagter hätte nicht genug Zeit für einen Mord gehabt

Laut der Verteidigung ist nach den Aussagen mehrerer Zeugen klar, dass der Angeklagte nach der Rückkehr vom Feld mit seinem Traktor nicht genügend Zeit gehabt hätte, die ihm vorgeworfene Tat auszuführen. Auch wenn der Landwirt von außen betrachtet unsympathisch sei und eine schlechte Ehe geführt habe, sei ihr Mandant unschuldig, sagte Rechtsanwältin Martina Sulzberger. Der Landwirt habe seine 51-jährige Frau lediglich leblos neben der Güllegrube gefunden und dann den Notruf gewählt.

Verteidigung warnt vor Fehlurteil

Rechtsanwalt Nico Werning sagte zu den Richtern, sie liefen Gefahr ein krasses Fehlurteil zu fällen. Am helllichten Tag sei es unmöglich gewesen, den Mord auf dem von zwei Seiten gut einzusehenden Hof unbemerkt zu begehen. Es sei unter anderem kein Werkzeug gefunden worden mit dem die Frau niedergeschlagen worden sein könnte.

Verstorbene Frau wollte sich offenbar scheiden lassen

Im September 2018 war die Frau des Landwirts tot neben der Güllegrube des Hofes gefunden worden. Die Ehe war offensichtlich zerrüttet. Die Bäuerin hatte offenbar geplant, sich scheiden zu lassen, nachdem der jüngste Sohn der Familie 18 Jahre alt geworden war.