BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Pizzeria sorgt mit Freibier für Auflauf - Polizei gibt Segen | BR24

© BR/Wagner
Bildrechte: BR/Wagner

Vor einer Regensburger Pizzeria haben sich am Samstagnachmittag Menschen getummelt. Es gab Freibier.

2
Per Mail sharen
  • Artikel mit Bildergalerie

Pizzeria sorgt mit Freibier für Auflauf - Polizei gibt Segen

Eine Regensburger Pizzeria hat am Wochenende eine größere Menschenmenge angelockt. Der Betreiber gab Freibier aus, weil ihm wegen des Corona-Lockdowns das Bier abzulaufen drohte. Die Polizei kam, hatte aber kein Problem mit der Aktion.

2
Per Mail sharen
Von
  • Michael Wagner
  • BR24 Redaktion

Weil ihm das Bier abzulaufen drohte, hat ein Regensburger Gastronom spontan entschieden, Freibier auszuschenken. Am vergangenen Samstag bildete sich vor der Pizzeria in der Landshuter Straße eine Schlange mit Menschen, die sich die Freibier-Aktion nicht entgehen lassen wollten. Das rief die Polizei auf den Plan. Am frühen Nachmittag ging auf der Dienststelle die Mitteilung darüber ein, dass sich auf dem Gehsteig vor der Pizzeria zeitweise 60 bis 70 Menschen befanden.

Zulässige "To-go-Ausgabe" von Getränken

Daraufhin kontrollierten die Beamten den Betrieb. In Rücksprache mit dem kommunalen Ordnungsservice befanden die Polizeibeamten die Aktion aber letztendlich für in Ordnung. Ein Sprecher der Polizeiinspektion Regensburg Süd bestätigte, dass es sich bei der Freibier-Aktion um eine zulässige "To-go-Abgabe" handelte.

Restaurant außerhalb der Alkoholkonsumverbotszone

Dass es sich dabei um alkoholische Getränke handelte, war ebenfalls unproblematisch: Das Alkoholkonsumverbot der Stadt Regensburg ist an den Grünanlagengürtel der Stadt gekoppelt. Das Restaurant an der Landshuter Straße liegt außerhalb davon. Der Betreiber hat in dem Fall lediglich die Infektionsschutzbestimmungen einzuhalten. Hier gab es zwar laut Polizei "leichtere Missstände", diese wurden nachträglich vom Betreiber behoben.

Hygienekonzept umgesetzt

So wurden nachträglich auf dem Gehweg vor der Pizzeria grüne Linien im Abstand von zwei Metern aufgeklebt. Außerdem sei der Betreiber dazu angehalten worden, die Einhaltung der Abstände und der FFP2-Maskenpflicht in der Schlange zu kontrollieren, so ein Polizeisprecher. Den Biergarten, in dem sonst bis zu 250 Leute Platz finden, hatte der Betreiber vorab mit rot-weißen Absperrband gesperrt. Restaurant-Personal kontrollierte am Eingang, dass sich maximal zwei Personen gleichzeitig im Laden aufhielten, um sich am Tresen ihr Bier abfüllen zu lassen. Im Innenraum gab es eine FFP2-Maskenpflicht

© BR/Wagner

Restaurant-Betreiber Leopold Rollinger kontrollierte auch selbst am Eingang, dass sich maximal zwei Personen gleichzeitig im Laden aufhielten.

© BR/Wagner

Auf dem Gehweg vor der Pizzeria wurden grüne Linien im Abstand von zwei Metern aufgeklebt,

© BR/Wagner

Menschen brachten von zu Hause ihre eigenen Gefäße zum Abfüllen des Biers mit.

© BR/Wagner

Die Resonanz bei den Besuchern fiel positiv aus. Beschwerden über die Aktion gab es laut Polizei nicht.

250 Liter Freibier ausgeschenkt

Insgesamt 250 Liter Freibier hat das Restaurant ausgeschenkt. Für die Aktion habe man sich spontan entschieden, so Betreiber Leopold Rollinger zum BR: "Ich kann es nicht übers Herz bringen, dass wir der Brauerei das Bier zurückgeben und die es dann wegschütten."

Freibier gegen Spende für wohltätigen Zweck

Nebenbei galt die Aktion einem guten Zweck: In einem Glas auf dem Tresen sammelte das Restaurant Spenden für den Strohhalm, ein Regensburger Verein zur Unterstützung Obdachloser und hilfsbedürftiger Menschen. "So hat jeder was davon", findet Leopold Rollinger, "wir haben das Bier ja schon bezahlt". Rund 550 Euro Spendengelder sind dem Restaurantbetreiber zufolge zusammengekommen. Das Geld soll dem gemeinnützigen Verein am Dienstag offiziell überreicht werden.

Keine Beschwerden bei der Polizei

Beschwerden über die Aktion gab es laut Polizei nicht. Dafür großes Interesse an dem Freibier. Menschen brachten von zu Hause ihre eigenen Gefäße zum Abfüllen des Biers mit - darunter viele Biergläser und Becher, aber auch der ein oder andere Tonkrug, Plastikflaschen oder ein kleines Alu-Bierfass.

"Ein bisserl Normalität, die zurückkehrt"

Betreiber Leopold Rollinger zeigte sich zufrieden mit der Aktion: "Das ist einfach richtig so und das braucht es einfach mal wieder, so im Freien, sonst treffen sich alle zu Hause. Wenn man in die Gesichter mit Maske schaut, sieht man trotzdem, alle sind happy. Es ist ein bisserl Normalität, die zurückkehrt."

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!