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Pilzvergiftung: Notfallhilfe vom Experten | BR24

© BR/Jenny Schack

Giftig oder essbar? Manchmal treffen Pilzsammler die falsche Entscheidung und brauchen Hilfe. Krankenhäuser und Giftnotruf holen sich dann oft Rat bei Pilzexperte Manfred Enderle.

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Pilzvergiftung: Notfallhilfe vom Experten

Regen und warme Temperaturen - da sind die Schwammerl-Sucher in Scharen unterwegs. Manche mit einem leicht mulmigen Gefühl, trotz Apps oder Bestimmungsbuch. Damit es im Fall einer Vergiftung gut ausgeht, gibt es Pilz-Experten wie Manfred Enderle.

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Der erste wissenschaftlich dokumentierte Fall stammt aus dem Jahr 1907: In England stirbt eine ganze Familie, nachdem sie selbst gesammelte Pilze gegessen hat. Rund 80 Jahre später ist solch ein Fall, eine Pilzvergiftung mit Leberversagen, behandelbar. Heute könnte die Familie problemlos gerettet werden. Zum Glück treten Pilzvergiftungen nur sehr selten auf. Eine Schweizer Langzeit-Studie hat gezeigt, dass nur 1,4 Prozent aller Vergiftungen durch Pilze verursacht werden.

Pilzexperte hilft bei Vergiftungen

Wenn nach einer Pilzmahlzeit aber doch Bauchschmerzen und Erbrechen auftreten, dann gehen bei vielen Menschen die Warnglocken an. Im Krankenhaus wird dann versucht, herauszufinden, welcher Pilz genau konsumiert wurde. Dabei hilft die Giftnotrufzentrale der TU München oder ein Pilzexperte wie Manfred Enderle.

Pilzreste für den Experten

Enderle ist Pilzexperte im Landkreis Günzburg. Krankenhäuser und Giftnotruf - im Zweifel wählen sie seine Nummer. Geht ein solcher Hilferuf bei ihm ein, kommt auch schon mal mitten in der Nacht ein Taxi und bringt den Rest der Pilzmahlzeit oder die Putzreste. Heuer waren es bislang fast 20 Anfragen.

Kleine Kinder sind besonders gefährdet

Meist essen kleine Kinder kleine Pilze auf dem Rasen. Bisher, sagt Enderle, ging es für die Menschen immer gut aus. Seit 15 Jahren berät er im Notfall. Ein gutes Gefühl, mit seinem Detailwissen über Pilze helfen zu können. Je nach Pilz muss anders behandelt werden, oft reicht viel Trinken, in schweren Fällen Medikamente, die die Aufnahme von gefährlichen Giften hemmen.

Lieber Pfifferlinge sammeln

Die alte Weisheit, dass bei schweren Vergiftungen die Symptome erst spät kommen, gilt als überholt. Deswegen im Zweifel: Den Pilz lieber stehen lassen - oder Pfifferlinge sammeln. Da kann man nicht viel falsch machen. Die haben nämlich keinen giftigen Bruder. Zumindest nicht in Schwaben.