Nach Regenfällen sprießen Pilze in den Wäldern (Archivbild)

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Pilze sprießen im Wald – und führen zu kuriosem Polizeieinsatz

Pilze sprießen im Wald – und führen zu kuriosem Polizeieinsatz

Jubelschreie in einem Wald bei Donauwörth haben in dieser Woche einen Polizeieinsatz ausgelöst. Sie waren für Hilferufe gehalten worden, doch Sammler hatten sich nur über Pilze gefreut. Die sprießen gerade überall in Schwaben, sagt ein Experte.

Nicht nur im Raum Donauwörth, wo die Polizei wegen eines Missverständnisses nach Jubelschreien alarmiert worden war, können Pilzsammler in diesen Tagen glücklich werden: Von einer regelrechten Explosion spricht Pilzexperte Werner Kunz. Nach den jüngsten Regenfällen seien jetzt alle beliebten Speisepilze in größeren Mengen in den Wäldern vorhanden, sagt der Pilzberater aus dem Unterallgäu.

Viele Speisepilze warten in den Wäldern

Steinpilze und Hexenröhrling würden schon wieder weniger werden, sagt Kunz. Bei vielen anderen Pilze wie Lachs-Reizker, Mohrenkopf-Milchling, Maronen, geht Kunz davon aus, dass sich ein Ausflug in den Wald etwa am letzten Septemberwochenende lohnen kann.

Nicht jeder Pilz mag jeden Wald

Kunz hat einige Tipps parat, damit Sammler auch die Pilze finden, die sie sich für den eigenen Teller wünschen: Maronen etwa gibt es eher in den Hochwäldern. Steinpilze, Hexenröhrling und hin und wieder einen Pfifferling findet man eher in den niedrigeren Wäldern. "Da wo man auch mal ein bisschen unten durch krabbeln muss", sagt Kunz im BR-Interview.

Pilze sprießen überall in Schwaben

Gleich zwei Meter hinter dem Waldparkplatz sollte man keine Pilzfunde erwarten, so Kunz. Ein bisschen weiter weg von der Straße schaue es dann oft schon anders aus. Ob man eher Richtung Allgäu oder eher im Norden Schwabens nach Pilzen sucht, macht aus Sicht des Pilzberaters keinen großen Unterschied: "Es gibt keinen Wald ohne Pilze", sagt Kunz. Der Wald brauche den Pilz und der Pilz brauche eigentlich auch den Wald.

Experte empfiehlt drehen statt schneiden

Wenn man einen Pilz mitnehmen möchte, empfiehlt Kunz, ihn vorsichtig und am Stück aus dem Boden herauszudrehen. Das Mycel im Boden sollte dann wieder mit Moos bedeckt werden, damit es nicht austrocknet.

Mit unbekannten Pilzen zum Berater

Kunz rät Pilzsammlern zu passender Kleidung und belastbaren Schuhen. Ein Korb würde er Plastiktüten für die gesammelten Pilze vorziehen. Der Experte empfiehlt ein Pilzmesser mit einer Bürste am Griff. Außerdem rät Kunz dazu, einen extra Behälter dabei zu haben, falls man einen Pilz findet, den man nicht kennt. Dann hat man die Möglichkeit diesen Pilz einem Berater zu zeigen.

Pilzberater Kunz sieht Defizite bei Pilze-Apps

Skeptisch ist Kunz beim Thema Pilze-Apps. Es gebe Pilze, die von oben nicht zu unterscheiden seien – nur, dass der eine Pilz essbar, der andere tödlich sei. Apps seien nicht in der Lage, Pilze wirklich zuverlässig zu bestimmen, warnt der Pilzberater.

Lautstarke Freude bei Donauwörth

Bei dem Polizeieinsatz am Montag eilten sechs Beamte der Polizei in einen Wald bei Donauwörth, weil sie nach vermeintlichen Hilferufen alarmiert worden waren. Dort stießen sie dann auf ein Pilze sammelndes Ehepaar. Die 64 Jahre alte Frau und der 71 Jahre alte Mann hatten sich lediglich lautstark über einen Fund gefreut.

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