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Pilze richtig bestimmen per App: Eine sinnvolle Hilfe? | BR24

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Die Pilzsaison geht langsam aber sicher wieder los. Für Anfänger stellt sich die Frage: Wie kann ich sicher gehen, dass ich essbare Pilze mitnehme und nicht die giftigen? Pilz-Apps auf dem Smartphone sollen da eine Hilfe sein. Doch funktioniert das?

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Pilze richtig bestimmen per App: Eine sinnvolle Hilfe?

Die Pilzsaison ist voll im Gange. Für Anfänger stellt sich die Frage: Wie kann ich sicher gehen, dass ich essbare Pilze mitnehme und nicht die giftigen? Pilz-Apps auf dem Smartphone sollen da eine Hilfe sein. Doch funktioniert das?

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Aufgrund der Witterung gab es heuer schon sehr früh Pilze, aber streng genommen beginnt erst jetzt die richtige Pilzsaison.

Pilz-Apps bieten Hilfe an

Wer sich mit Pilzen nicht gut auskennt und bei der Bestimmung Hilfe braucht, kann auch auf Apps zurückgreifen. Diese sollen dabei helfen, essbare Pilze zu finden und die giftigen erst gar nicht anzurühren.

Mit den Apps ist es teilweise schon möglich, vom jeweiligen Pilz ein Foto zu machen. Umgehend bekommt man dann eine Antwort, welche Pilzsorte man vor sich hat und ob diese genießbar ist.

App verlangt ein gewisses Grundwissen

Erstes Testobjekt im Wald ist ein kleiner, heller Pilz: Und bereits hier zeigt sich, dass das Bestimmen per App für den Anfänger gar nicht einfach ist. Denn bevor der Anwender in der App ein Foto vom Pilz machen kann, will die App erstmal wissen, ob es ein Röhrling, Pilz mit Lamellen oder Leisten ist.

"Da muss man den Pilz umdrehen und unten schauen, ob Röhren oder Blätter da sind. Und das hier ist ein Röhrling, der hat Röhren", sagt Pilzexperte Manfred Enderle aus dem Landkreis Günzburg. Er beschäftigt sich schon seit über 40 Jahren mit Pilzen, hat zahlreiche Bücher geschrieben und berät Krankenhäuser bei Pilzvergiftungen.

App zeigt im Test richtigen Pilz an

Nach der Eingabe kann das Foto vom Pilz dann gemacht werden, die App listet daraufhin mehrere Bilder von Pilzen auf. Und tatsächlich ist auch der kleine, helle Pilz dabei. Es ist ein Gold-Röhrling, ein essbarer Pilz. Hier hat die App also binnen Sekunden gut geklappt.

Vorsicht bei giftigen Pilzen

Was passiert, wenn man die App an einem giftigen Pilz austestet? Testobjekt ist dieses Mal der Grünblättrige Schwefelkopf. Wer sich nicht auskennt, verwechselt diesen giftigen Pilze gerne mal mit dem essbaren Graublättrigen Schwefelkopf, warnt Experte Enderle. Denn die Pilze sehen von oben fast gleich aus.

Und auch die App hat damit ihre Probleme: Sie zeigt gleich an, dass es beides sein kann. Auch hier rät Enderle dazu, den Pilz umzudrehen und die Blätter und Lamellen anzusehen, hier sei der Unterschied erkennbar.

Qualitätsunterschiede bei den Apps

Die Pilzapps weisen fast immer darauf hin, dass die Ergebnisse nicht eindeutig sein müssen und man sich im Zweifelsfall nicht darauf verlassen sollte. Und tatsächlich: Eine andere App, die ebenfalls per Fotoerkennung funktionieren soll, war im Test weniger zuverlässig.

Trotzdem: Zumindest eine App, für die man 4,99 Euro zahlen muss, hat fast immer funktioniert und die richtige Pilzsorte an erster Stelle genannt.

Pilzexperte rät zur Vorsicht

Pilzekenner Manfred Enderle ist zwar positiv überrascht von der App, rät aber trotzdem: "Der Anfänger sollte immer vorsichtig sein und sich an Pilzexperten wenden oder auf Pilzexpeditionen gehen."

Denn allein mit Büchern und Apps sei man ewig unsicher, weil die Pilze unterschiedlich abgebildet seien. Diese Variationsbreite kenne der Anfänger nicht und sei hilflos.