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Pilotprojekt soll Oberpfälzer Trinkwasser schützen | BR24

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Pilotprojekt soll Oberpfälzer Trinkwasser schützen

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Pilotprojekt soll Oberpfälzer Trinkwasser schützen

Die geologische Gegebenheiten des Oberpfälzer Juras sind ein echtes Problem für den Trinkwasserschutz, da Schadstoffe von der Oberfläche sehr schnell ins Grundwasser gelangen. Nun soll ein Pilotprojekt das gefährdete Oberpfälzer Trinkwasser schützen.

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Von
  • Zara Kroiß
  • BR24 Redaktion

Ein bundesweites Pilotprojekt soll das gefährdete Trinkwasser in der Oberpfalz schützen. Die Kooperationsgemeinschaft "Trinkwasserschutz Oberpfälzer Jura" hat das Projekt am Freitag in Beratzhausen im Landkreis Regensburg vorgestellt. Elf Wasserversorger aus der Region haben sich dabei mit Landwirten, Kommunen und Behörden zusammengetan. Gemeinsam wollen sie Verunreinigungen im Grundwasser vorbeugen.

Schadstoffe versickern schnell im Boden

In der Oberpfalz gibt es laut Kooperationsgemeinschaft gleich mehrere Faktoren, die zur Verschmutzung des Trinkwassers beitragen. Zum einen sind es die geologischen Gegebenheiten in der Region des Oberpfälzer Jura. Hier sei vor allem der Karst mit seinen Höhlen und Dolinen ein echtes Problem für den Trinkwasserschutz, da Schadstoffe von der Oberfläche sehr schnell ins Grundwasser gelangen können. Seit Jahrzehnten würden in den Grundwassermessstellen vielerorts deutlich steigende Schadstoffgehalte beobachtet.

Landwirtschaft und Bewirtschaftung der Felder

Vor allem aber die Landwirtschaft und wie sie ihre Felder bewirtschaftet, habe einen entscheidenden Einfluss auf die Trinkwasserqualität. Pflanzenschutz- und Düngemittel wie Nitrat gelangten bei unsachgemäßer Anwendung sowie ungünstigen Witterungsbedingungen ins Grundwasser und würden damit das Trinkwasser verunreinigen.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor dieses Pilotprojektes sei deshalb eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung, mit der die Bodenqualität verbessert und Dauerhumus aufgebaut werden kann, so der Vorstandsvorsitzende der Interessengemeinschaft "Gesunder Boden" in Regensburg, Franz Rösl. Diese könne von praktizierenden Landwirten in der Oberpfalz auf freiwilliger Basis umgesetzt werden.

Landwirte: Geld für Trinkwasserschutz

Hier setze auch das Maßnahmenprogramm für die Landwirtschaft an. Denn was früher ausschließlich der Ernteertrags war, würde jetzt auch über die erzielte Qualität des Grundwassers vergütet: "Unsere Landwirte erhalten so ein dringend notwendiges Zusatzeinkommen für Ihre Leistungen zum Grundwasserschutz. Sie werden damit unabhängiger vom Ertrag und von der EU-Agrarpolitik", so Rösl. Er sei sich sicher, dass das Pilotprojekt zur grundwasserschonenden Landbewirtschaftung bald auch in anderen Regionen kopiert werde.

Bis zu 800 Euro Zuschuss pro Hektar

Bis zu knapp 800 Euro Zuschuss erhält ein Landwirt pro Hektar. "Und bei dieser kleinteiligen Landwirtschaft die wir haben, mit diesen schwierigen Böden, muss man eben viele Zusatzmaßnahmen treffen als Landwirt. Und wir als Gesellschaft können nicht davon ausgehen, dass der Landwirt alles umsonst macht."

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