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Mehr Ackerfläche für Feldvögel | BR24

© picture-alliance/dpa

Seltene Vogelarten wie der Kiebitz sollen durch das Pilotprojekt im Knoblauchsland geschützt werden.

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Mehr Ackerfläche für Feldvögel

Landwirte im Nürnberger Knoblauchsland wollen Feldvögeln mehr Lebensraum bieten. Deshalb wollen sie ihre Felder nicht mehr so dicht bepflanzen. Im Gegenzug müssen sie nicht mehr so viele Ausgleichsflächen schaffen.

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Von
  • Michael Reiner

Der Bauernverband und die Regierung von Mittelfranken haben am Nachmittag Landwirte aus dem Nürnberger Knoblauchsland über ein neues Artenschutz-Projekt informiert. Es soll in den nächsten drei Jahren getestet werden. Ziel ist es, den Lebensraum von bedrohten Vogelarten wie dem Kiebitz oder der Feldlerche zu schützen, sagte Regierungspräsident Thomas Bauer.

Keine festen Ausgleichsflächen mehr

Das Neue an dem Projekt sei, dass die Bauern künftig keine festen Ausgleichsflächen mehr vorweisen müssten, wenn sie ihren Betrieb erweitern oder neue Gewächshäuser bauen. Bisher durften solche Flächen 25 Jahre lang nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden. Künftig können die Ausgleichsmaßnahmen für die Vögel jedes Jahr auf einer anderen Fläche stattfinden. Dies entspreche der Fruchtfolge in der Landwirtschaft.

Interessanter Lebensraum für Vögel

Das Pilotprojekt komme aber auch den Vögeln entgegen, sagte Bauer. Denn die Nutzung durch die Gemüsebauern mache die Flächen erst interessant für die Vögel. Sie nutzen Pfützen der Beregnungsanlagen zur Gefiederpflege und abgeerntete Beete als Lebensraum.

Seltene Vogelarten im Knoblauchsland

Im Knoblauchsland gibt es durch den traditionellen Gemüseanbau immer noch eine große Population seltener Vogelarten wie dem Kiebitz, der Feldlerche, der Schaftstelze und dem Rebhuhn. Das neue Ausgleichssystem soll helfen, deren Lebensraum zu erhalten. Betroffen sind mehr als 100 Landwirte im Knoblauchsland, die eine Fläche von knapp 2.000 Hektar bewirtschaften. Wie viele sich an dem Pilotprojekt beteiligen, ist noch offen. Es ist zunächst auf drei Jahre angelegt.

© BR

Landwirte im Nürnberger Knoblauchsland wollen Feldvögeln mehr Lebensraum bieten. Deshalb wollen sie ihre Felder nicht mehr so dicht bepflanzen. Im Gegenzug müssen sie nicht mehr so viele Ausgleichsflächen schaffen.