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Pilotprojekt: Bahnsteigtüren für Münchner U-Bahn | BR24

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Mehr Sicherheit an Bahnhöfen - darüber wird seit längerem diskutiert - nicht erst seit dem gewaltsamen Tod eines Kindes am Frankfurter Hauptbahnhof. Die Münchner Verkehrsgesellschaft hat nun ihre Pläne für Bahnsteigtüren vorgestellt.

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Pilotprojekt: Bahnsteigtüren für Münchner U-Bahn

Wie sicher sind unsere Bahnsteige? Darüber wird seit Tagen diskutiert, nachdem ein Mann einen achtjährigen Jungen in Frankfurt ins Gleis gestoßen hat. Die Münchner Verkehrsgesellschaft will ab 2023 in einem Pilotprojekt Bahnsteigtüren testen.

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Vielerorts sind sogenannte Bahnsteigtüren im Gespräch, wie es sie in Metropolen wie Paris, Mailand oder St. Petersburg schon länger gibt. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hat dazu schon vor einiger Zeit eine Machbarkeitsuntersuchung in Auftrag gegeben. Heute wurden die Zwischenergebnisse vorgestellt.

Untersuchung: U-Bahn könnte langfristig nachgerüstet werden

Die Münchner U-Bahn-Stationen könnten grundsätzlich mit Bahnsteigtüren nachgerüstet werden, so die Studie. Aber: Das komplette Netz damit auszustatten, das würde laut MVG rund 20 Jahre dauern. Bahnsteigtüren können die U-Bahnhöfe sicherer machen und den Betrieb stabilisieren, so die MVG. Die Türen grenzen den Bahnsteig gegenüber den Gleisen ab und öffnen sich nur dann, wenn ein Zug im Bahnhof steht.

Für Bahnsteigtüren neues Leitsystem erforderlich

Dadurch können weder Personen noch Tiere oder Gegenstände auf die Gleise geraten. Allerdings müssten die U-Bahnen dafür zentimetergenau halten. Damit das funktioniert, ist zunächst ein neues Leitsystem nötig. Allein dafür ist ein dreistelliger Millionenbetrag vorgesehen.

Testbetrieb zunächst an U-Bahnhof Olympiazentrum

Die Bahnsteigtüren will die MVG zunächst an der U-Bahn-Station Olympiazentrum testen. Im Jahr 2023 soll das Pilotprojekt dort starten. Je nachdem wie dann die Erfahrungen ausfallen, wird die Verkehrsgesellschaft entscheiden, ob und wie viele weitere Münchner U-Bahn-Stationen Bahnsteigtüren bekommen.

Die CSU-Stadtratsfraktion hat sich bereits zum geplanten Pilotprojekt geäußert und begrüßt den Vorstoß ausdrücklich, übt aber auch Kritik daran, dass die Testphase erst in vier Jahren beginnt.

"Ich finde es sehr schade, dass sogar das Pilotprojekt am Olympiazentrum erst ab 2023 unter realen Bedingungen erprobt werden kann. Ich hätte mir schon gewünscht, dass die Einführung schneller geht." Johan Sauerer, Stadtrat (CSU), verkehrspolitischer Sprecher

Aktion Münchner Fahrgäste: Bahnsteigtüren würden viele Unfälle verhindern

Die Aktion Münchner Fahrgäste verweist darauf, dass sie bereits vor mehr als zehn Jahren die Erprobung von Bahnsteigtüren forderte. Unfälle an Bahnsteigen würden kontinuierlich zunehmen, durch entsprechende Vorrichtungen ließen diese sich verhindern.

"Alkoholeinfluss und Ablenkung durch das Smartphone sind die häufigsten Gründe für einen Sturz ins Gleisbett. Bahnsteigtüren helfen auch, dass die jüngsten Bahnsteig-Attentate bei der Bahn keine Fortsetzung auch im Münchner Untergrund finden." Stefan Hofmeir, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste
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Diskussion um Bahnsteigtüren an Münchner U-Bahnhof