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Piazolo will Vorwürfe gegen Lehrer in Lauingen klären | BR24

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Die Belästigungsvorwürfe gegen mehrere Lehrer des Lauinger Gymnasiums sorgen für Diskussionen. Bayerns Kultusminister Michael Piazolo kündigt an, sich die Sache genau anzuschauen.

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Piazolo will Vorwürfe gegen Lehrer in Lauingen klären

Haben Lehrer am Gymnasium in Lauingen Schüler belästigt? Jetzt hat Bayerns Kultusminister Piazolo auf die BR-Recherchen dazu reagiert. Auch Polizei und Staatsanwaltschaft wollen den Vorwürfen nachgehen.

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Alkoholexzesse und ein fragwürdiger Umgang mit Schülern in Online-Netzwerken: Die BR-Recherchen über Belästigungsvorwürfe gegen mehrere Lehrer am Lauinger Gymnasium haben eine Diskussion ausgelöst, die jetzt auch die Politik erreicht hat. Bayerns Kultusminister Michael Piazolo kündigt im BR-Interview an, sich die Sache genau anzuschauen. Dafür werde sein Ministerium mit dem Lauinger Gymnasium in Kontakt treten.

Umgang mit Schülern wichtiger Punkt bei Lehrer-Ausbildung

Nach Piazolos Worten gehört es zur Lehrer-Ausbildung, sich über einen angemessenen Umgang mit Schülern Gedanken zu machen. Der Freie-Wähler-Politiker sagt aber auch, dass das bei 150.000 Lehrerinnen und Lehrern in Bayern nicht immer eingehalten werde. Wichtig sei ihm, dass das Wohl der Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt stehe.

Kripo und Staatsanwaltschaft gehen Belästigungsvorwürfen nach

Auch die Ermittlungsbehörden haben auf die Belästigungsvorwürfe in Lauingen reagiert. Die zuständige Kriminalpolizei in Dillingen wird prüfen, ob die Vorwürfe strafrechtlich relevant sind - zusammen mit der Augsburger Staatsanwaltschaft. Das hat ein Sprecher der Staatsanwaltschaft dem BR bestätigt.

Leitung des Gymnasiums in Lauingen nimmt Vorwürfe "sehr ernst"

Die Leitung des Lauinger Gymnasiums hat währenddessen die ehemaligen Schüler, die die Vorwürfe erhoben haben, gebeten, weitere Einzelheiten zu nennen. Schulleiterin Iris Eberl will den Sachverhalt nach eigenen Worten aufklären und dienstrechtlich bewerten. Sie nehme die Anschuldigungen "sehr ernst, denn das Wohl der mir anvertrauten Schülerinnen und Schüler hat für mich absolute Priorität".

Schulleiterin in Lauingen bittet Eltern um Hilfe

Zudem hat die Schulleiterin einen Brief an alle Eltern verfasst. Darin bittet sie die Eltern, sich mit "allen eventuell hilfreichen Informationen über die beschriebenen Sachverhalte" an sie zu wenden. Ihr selbst lägen nur wenige Informationen vor. Vom BR für eine Stellungnahme angefragte Lehrer reagierten bisher nicht.

Lehrerverband fordert "professionelles Distanz-Nähe-Verhältnis"

Die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands, Simone Fleischmann, hat indes im BR-Interview Stellung zu den Vorwürfen gegen Lauinger Pädagogen genommen. Sie spricht sich für ein "professionelles Distanz-Nähe-Verhältnis" aus. Nach ihren Worten hängt der richtige Umgang davon ab, wie alt die Schüler sind.

"Gesunder Menschenverstand" gefragt

Beispielsweise komme es vor, dass Kinder in der ersten oder zweiten Klasse bei Ganztagsbetreuung eine Lehrerin duzten oder sich auf deren Schoß setzen wollten. Es sei aber etwas Anderes, so Fleischmann, wenn etwa eine Schülerin der Jahrgangsstufe sieben oder acht eine körperliche Nähe zu einem Lehrer habe: "Das sagt der gesunde Menschenverstand."

Belästigungsvorwürfe gegen vier Lehrer am Gymnasium in Lauingen

Insgesamt gibt es diverse Vorwürfe gegen vier Lehrer am Lauinger Gymnasium, die Schülerinnen und Schüler in unterschiedlicher Weise zu nahe getreten sein sollen. Das berichten jetzige und ehemalige Schüler unterschiedlichen Alters. Von unseren Quellen liegen uns eidesstattliche Erklärungen vor.

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Lehrer chatten mit Schülern, feiern mit ihnen bis zur Volltrunkenheit, es kommt sogar zu körperlichen Übergriffen. Von solchen Grenzüberschreitungen berichten Schüler des Lauinger Gymnasiums dem BR. Manche Betroffene brauchen psychologische Hilfe.

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