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Piazolo will mehr Geld für digitale Leihgeräte ausgeben | BR24

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Lernen trotz Corona? Die Münchner Runde vom 09.09.2020.

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Piazolo will mehr Geld für digitale Leihgeräte ausgeben

In der Vergangenheit sei zu wenig für die Digitalisierung an Bayerns Schulen getan worden, so die Kritik in der Corona-Pandemie. Zu wenige Mittel, zu geringe Digital-Kompetenz, das zeige die Krise. Dem will Kultusminister Piazolo entgegenwirken.

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Künftig soll es an Bayerns Schulen mehr Leihgeräte für digitalen Unterricht geben. Das gab Kultusminister Michael Piazolo am Mittwoch in der Münchner Runde im BR-Fernsehen bekannt. Über die Sommerferien habe man die Zahl von Tablets und Computern an den Schulen bereits von 50.000 auf 100.000 verdoppelt, sei damit aber noch nicht am Ende. Es gehe genau darum, "nach Möglichkeit niemanden abzuhängen", so der Kultusminister.

Lehrerinnen- und Lehrerverband kritisiert Konzept

Die Präsidentin des bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands Simone Fleischmann hielt dagegen. Investitionen in Leihgeräte seien nicht genug, weil es in Bayern zu wenige Lehrer gebe. Es gebe noch ein weiteres Problem neben Kästen und Endgeräten: "Wir sind zu wenige!"

Der Druck auf Lehrerinnen und Lehrer sei zum Schulstart enorm, so Fleischmann weiter. Die Corona-Auflagen würden normalen Unterricht unmöglich machen. Corona sei eine riesen Herausforderung, sagte die Lehrersprecherin. "Uns fehlt das, was das Schöne am Beruf ist: die Begegnung."

Schülerin bemängelt Digital-Strategie

Dem stimmte auch Schülerin Fabia Klein aus Nürnberg zu. Sie gab zu bedenken, dass viele Schulen in Bayern trotz neuer Leihgeräte zu sehr bei der Digitalisierung hinterherhinken. Die Corona-Pläne des Kultusministeriums seien ihr noch nicht digital genug.

"Für mich klingt das gerade alles eher nach Präsenz-Unterricht um jeden Preis. Auch, wenn der Preis unsere Gesundheit ist", sagte Klein. Mehr oder weniger Leihgeräte - die Regierung müsse in puncto Digitalisierung viel mehr Engagement zeigen. Ähnliches gelte auch für Luftfilter im Klassenzimmer, so die Schülerin aus Nürnberg. Es sei keine Alternative, im Winter zwanzig Minuten das Fenster aufzumachen. Es läge in der Verantwortung des Kultusministeriums, Luftfilter zu installieren.

Piazolo gegen Luftfilter, Virologe stimmt zu

Diese Kritik konnte Kultusminister Michael Piazolo in der Sendung nicht nachvollziehen. Die geltenden Hygiene-Maßnahmen müsse man einhalten, um Infektionsschutz zu gewährleisten – Lüften sei besser als Luftfilter. Und es sei das oberste Gebot, sich entsprechend zu schützen.

Auch der Virologe Oliver T. Kepler von der LMU München stimmte Piazolo in seinen Hygiene-Maßnahmen zu. Eine zusätzliche Investition in Luftfilter sieht er kritisch.

Sein Fazit: "Die harte wissenschaftliche Evidenz, dafür dass sie die Übertragung von dem neuen Corona-Virus stoppen können, gibt es nicht." Wenn den Schülern vom Lüften kalt werde, so der Virologe, sei es im Zweifelsfall besser, sich eine Jacke anzuziehen.

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Beim Unterricht mit Maske fehle die Begegnung und das offene Miteinander, sagt BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann. Der derzeitige Unterricht sei ziemlich "old-school" und widerspreche der modernen Pädagogik. "Aber das müssen wir durchziehen."

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In der Münchner Runde kritisierten viele angebliche Widersprüche bei den Hygiene-Maßnahmen an Schulen. Warum sind sie strenger als im Gasthaus - und wieso gelten im Unterricht und im Hort nicht die gleichen Regeln?

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