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Piazolo stellt Konzept zum Abitur im neuen G9 vor | BR24

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Neues G9: Kultusminister Piazolo stellt Konzept vor

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Piazolo stellt Konzept zum Abitur im neuen G9 vor

Seit zwei Jahren steht fest: Bayern kehrt vom achtjährigen Gymnasium zurück zum G9. Trotzdem sind noch immer nicht alle Details der Reform geklärt. Heute stellte Kultusminister Michael Piazolo das Konzept für das künftige Abitur vor.

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Für die einen ist es ein großer Schritt hin zum Abitur der Zukunft, für die anderen klingt es wie ein Schritt zurück zum alten neunjährigen Gymnasium: Das Konzept für die Abiturprüfung im neuen neunjährigen Gymnasium.

Aufwertung der Naturwissenschaften

Bayerns Kultusminister Michael Piazolo hat heute das Konzept vorgestellt: "In Bayern gibt es keine Rückschritte. Es ist eine Weiterentwicklung, gerade in der politischen Bildung, aber auch in der digitalen Bildung. Gegenüber dem alten neunjährigen Gymnasium sehe ich auch eine Aufwertung der Naturwissenschaften", so der bayerische Kultusminister.

Schülersprecher zufrieden

Konkret sieht das Konzept vor: Fünf Abiturfächer wie bisher, davon ein individuell wählbares Leistungsfach. Statt Mathematik-Abitur sind auch zwei Naturwissenschaften möglich, und genauso statt Deutsch zwei Fremdsprachen. Das erfülle einen lang gehegten Wunsch der Schüler, so Landesschülersprecher Joshua Grasmüller. Er sieht darin einen großen Mehrwehrt für die Schüler und einen Schritt zu einer zukunftsfähigen Oberstufe.

Flexibler soll das Abitur künftig werden. Leichter wird es sicher nicht, sagt Walter Baier, Vorsitzender der Direktorenvereinigung der bayerischen Gymnasien, Mathematik und Deutsch sollen schließlich weiterhin während der gesamten Oberstufe Pflicht sein, nur eben nicht in der Abschlussprüfung.

"Man kann nur in dieser einen Abiturprüfung einem dieser beiden Fächer entgehen, muss dafür aber zwei Naturwissenschaften beziehungsweise zwei Fremdsprachen zum Abitur führen und in einem dann auch als Leistungsfach belegen. Also das ist schon eine Herausforderung". Walter Baier, Vorsitzender der Direktorenvereinigung der bayerischen Gymnasien

Politische Bildung wird aufgewertet

Daneben soll politische Bildung wichtiger werden: Sozialkunde wird dafür in der Oberstufe künftig wieder ein eigenständiges Fach mit mehr Stunden, dann unter dem Namen "Politik und Gesellschaft". Bisher war es mit Geschichte kombiniert.

Insgesamt eröffnet die neue bayerische Oberstufe Schülern mehr Wahlmöglichkeiten, mehr Flexibilität – und übernimmt damit positive Eigenschaften des alten G9, sagt Kultusminister Piazolo. Daneben habe man aber auch Stärken des achtjährigen Gymnasiums aufgenommen, betont Piazolo. Etwa die hohe Bedeutung von Deutsch und Mathematik oder die Konzentration auf Grundlagenfächer. Das neue G9-Abitur biete aus beiden Welten das Beste.

Mehr Lehrer fürs neue Konzept nötig

Ging die Oberstufe des alten G9 mehr in die Tiefe und das jetzige G8 mehr in die Breite, so soll es beim neuen G9 der goldene Mittelweg werden, so Michael Schwägerl, Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbands. Spannend werde es, wenn es darum geht, das jetzt vorgestellte Konzept konkret umzusetzen, sagt Direktorenvertreter Walter Baier. Denn um möglichst viele Leistungsfächer einrichten zu können, würde das vorgestellte Konzept auch deutlich mehr Lehrer benötigen.

Kultusminister Piazolo hat erneut angekündigt, Lehrerstellen in den nächsten Jahren sukzessive aufzubauen. Viel Zeit bleibt ihm dafür nicht mehr: Schon 2026 schreibt der erste Abi-Jahrgang des neuen G9 seine Prüfung.

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