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Piazolo stellt Detail-Konzept der G9-Oberstufe vor | BR24

© Margarete Jall/BR

Als sich Bayern Ende 2017 entschied, vom G8 zum G9 zurückzukehren, war klar: So wie früher soll die neue Oberstufe nicht mehr sein. Lange wurde um die Neugestaltung der Oberstufe gerungen. Heute legte der Kultusminister erste Details vor.

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Piazolo stellt Detail-Konzept der G9-Oberstufe vor

Als sich Bayern Ende 2017 entschied, vom G8 zum G9 zurückzukehren, war klar: So wie früher soll die neue Oberstufe nicht mehr sein. Lange wurde um die Neugestaltung der Oberstufe gerungen. Heute legte der Kultusminister erste Details vor.

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Die Oberstufe an den bayerischen Gymnasien nimmt Formen an: Künftig können die Gymnasiasten in der 12. und 13. Klasse ein Leistungsfach aus allen Fächern frei wählen. In diesem Fach belegen sie dann zwei zusätzliche Wochenstunden.

Der Freistaat stellt derzeit wieder vom acht- auf das neunjährige Gymnasium (G9) um, 2024 macht der erste Jahrgang nach den neuen Regeln Abitur. Aktuell sind noch einige Fragen offen - etwa, welche Fächer verpflichtender Bestandteil der Abiturprüfungen sein werden und wie diese für die Gesamtnote gewichtet werden. Klar ist hingegen, dass alle Schüler in den Jahrgangsstufen 12 und 13 vier Stunden Mathematik und Deutsch pro Woche haben werden.

Wer will, kann in Mathe oder Deutsch zwei Stunden zusätzlich belegen

Zudem sollen Schülerinnen und Schüler in den Kernfächern Deutsch und Mathematik individuelle Förderung bekommen. Das sagte Kultusminister Michael Piazolo heute in München.

"Diejenigen die leistungsstärker oder besonders am Fach interessiert sind, haben die Möglichkeit in der 12. Klasse Mathematik oder Deutsch zweistündig noch zusätzlich zu belegen.“ Michael Piazolo (FW), Bayerischer Kultusminister

Differenzierungsstunden sollen bei der Abi-Vorbereitung helfen

Aber auch für diejenigen, die sich in Mathematik oder Deutsch schwer tun, gibt es künftig ein Angebot. Für sie soll es in der 13. Klassenstufe sogenannte Differenzierungsstunden geben. Diese sollen ihnen helfen, sich besser aufs Abitur vorzubereiten.

Damit wolle man sowohl leistungsstärkeren, als auch schwächeren Schülern gerecht werden, sagte Piazolo. Auch die politische Bildung will der Kultusminister stärken. Dafür führt das Ministerium ein eigenes Fach ein: "Politik und Gesellschaft". Auch das könne in der Oberstufe als Leistungsfach gewählt werden.

Vertreter von Lehrer, Eltern und Schülern begrüßen die Neuerungen

Seit 2018 arbeitet eine Arbeitsgruppe des Kultusministeriums an der neuen Oberstufe. Ihr gehören Vertreter von Direktoren, Lehrern, Eltern und Schülern an. Sie alle zeigten sich heute zufrieden mit der Ausgestaltung der neuen Oberstufe.

"Ich bin ziemlich zufrieden, weil wir grade mit diesen Differenzierungsstunden und dem Vertiefungskurs den Bogen geschafft haben, dass wir einerseits Leitungsstarke, aber auch ein bisschen Leistungsschwächere mitnehmen in der Oberstufe und somit tatsächlich aus Schülerinnen- und Schülersicht eine an uns orientierte Oberstufe haben, die auch wirklich auf die Interessen der einzelnen eingeht.“ Joshua Grasmüller, Landesschülersprecher

Auch Heinz-Peter Meidinger, der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes und Schulleiter in Deggendorf, begrüßt die vom Kultusministerium beschlossenen Änderungen in der Oberstufe bayerischer Gymnasien. Im Interview mit dem BR spricht er von einem "guten Kompromiss".

Es wird 450 zusätzliche Lehrerstellen geben

Allerdings blieben noch weitere Fragen offen. Wie das Abitur genau aussehen soll, werde die Arbeitsgruppe im nächsten Schritt klären, so der Kultusminister.

Im Juli hatte Kultusminister Michael Piazolo bereits bekannt gegeben, dass die neue Oberstufe den Schülern in Bayern deutlich mehr Wahlmöglichkeiten bieten solle als bisher. Dafür würden rund 450 neue Lehrerstellen finanziert - zusätzlich zu den 1000 Stellen, die ohnehin bis 2025 geschaffen werden sollen.

© BR24

Heinz-Peter Meidinger, der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes und Schulleiter in Deggendorf, begrüßt die beschlossenen Änderungen.