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Schüler in Bayern, die wegen Corona in Rückstand geraten sind, haben nach Ansicht von Kultusminister Piazolo genug Zeit, Wissenslücken zu füllen – dazu gebe es freiwilligen Sommerunterricht und Fördermöglichkeiten in den nächsten zwei Schuljahren.

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Piazolo: Genug Zeit, um coronabedingte Lernlücken zu schließen

Schüler in Bayern, die wegen Corona in Rückstand geraten sind, haben nach Ansicht von Kultusminister Piazolo genug Zeit, Wissenslücken zu füllen mit freiwilligem Sommerunterricht und weiteren Fördermöglichkeiten. Vom Lehrerverband kommt Kritik.

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Von
  • Margit Ehrlich
  • BR24 Redaktion

Schüler in Bayern, die wegen Corona in Rückstand geraten sind, haben nach Ansicht von Kultusminister Piazolo (Freie Wähler) ausreichend Zeit, ihre Wissenslücken zu füllen – dazu gebe es freiwilligen Sommerunterricht und Fördermöglichkeiten in den nächsten zwei Schuljahren.

Auch in den nächsten beiden Jahren noch Aufholmöglichkeiten

In der Rundschau im BR Fernsehen betonte Piazolo, dass es nicht nur im freiwilligen Sommerunterricht während der Ferien, sondern auch "im nächsten und übernächsten Schuljahr Mittel und Möglichkeiten" gebe, Versäumtes nachzuholen.

Für dieses Jahr bestehe gar nicht die Erwartung, dass der ganze Lehrplan abgearbeitet werden könne, erklärte Piazolo. Die Sommerschule empfahl er vor allem für Schüler, die in Kernfächern zurückgefallen oder auf Probe vorgerückt seien.

Pensionierte Lehrkräfte für Sommerschule

Für den Sommerunterricht würden vor allem pensionierte Lehrer, Referendare oder Menschen aus schulfremden Bereichen eingesetzt, so Piazolo. Die regulären Lehrkräfte hätten Großartiges geleistet und sollten nun entlastet werden.

Im nächsten Schuljahr würden mehr als 1.000 neue Lehrerinnen und Lehrer eingestellt. Diese könnten bei einer "Binnendifferenzierung" helfen, für welche Schüler weitere Fördermöglichkeiten angebracht seien.

Im Koalitionsvertrag sei festgelegt worden, dass in dieser Legislaturperiode 5.000 neue Lehrerinnen und Lehrer eingestellt würden und daran halte man sich – auch wenn der Bayerische Lehrerinnen- und Lehrerverband mehr wolle: "Der Verband will immer mehr," erklärte Piazolo dazu.

BLLV fordert klare Ansagen

Die Vorsitzende des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverband, Simone Fleischmann bekräftigte im BR, dass aus Sicht des BLLV ein Lehrermangel bestehe, vor allem im Grund-, Mittel- und Förderschulbereich. Es werde jetzt schon versucht, Löcher zu stopfen, sagte sie im Rundschau Magazin des BR. "Wir haben jetzt schon Quereinsteiger, wir haben jetzt schon externes Personal."

Außerdem forderte Fleischmann, bei einer möglichen vierten Corona-Welle im Herbst dürften die Schulen in Bayern nicht wieder geschlossen werden.

Der BLLV verlange ein "bildungspolitisches Logbuch" vom Kultusministerium. Es könne nicht sein, dass Lehrerinnen und Lehrer weiterhin "am Freitag erfahren, was wir am Montag in der Schule anders machen sollen", erklärte Fleischmann. "Wir wissen doch jetzt, was für Szenen auf uns zukommen können. Wir verlangen eine klare Ansage", fügte sie hinzu.

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