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Piazolo mit Schulstart insgesamt zufrieden | BR24

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Kultusminister Piazolo ist mit der Arbeit von Bayerns Lehrern und Schülern in der Corona-Krise sehr zufrieden. Das sagte er im Münchner Presseclub. Auch die Bilanz nach einer Woche normalem Unterricht in Bayern fällt Piazolo zufolge positiv aus.

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Piazolo mit Schulstart insgesamt zufrieden

Maskenpflicht, Drei-Stufen-Plan, Schulklassen in Quarantäne: Eine Woche nach Schulbeginn zeigt sich Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) recht zufrieden mit dem Start ins neue Schuljahr - trotz einiger Anlaufschwierigkeiten.

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Zur aktuellen Situation sagte Piazolo im Münchner Presseclub, aktuell gebe es fünf Schulschließungen und 37 Lehrer mit positivem Corona-Test. Mit dieser Entwicklung sei zu Beginn des neuen Schuljahres aufgrund der relativ hohen Corona-Zahlen in Bayern und der zu erwartenden Reiserückkehrer zu rechnen gewesen, so der Minister.

"Die Zahlen sind im Moment relativ stabil, es war nicht auszuschließen, vielleicht zu erwarten durch die Öffnungen, durch das Urlaubsgeschehen, dass es einen bestimmten Anstieg gibt. Im Moment greift unser Drei-Stufen-Plan eigentlich ganz gut." Michael Piazolo (FW), bayerischer Kultusminister

"Drei-Stufen-Plan funktioniert ganz gut"

Zu Beginn der Corona-Krise habe es sicherlich auch Probleme gegen, "wir haben nicht alles perfekt gemacht. Dafür war vieles zu neu. Man muss eine Linie haben und die vertreten." Die bayerische Corona-Politik funktioniere "im Moment ganz gut", so Piazolo. Wir müssen beobachten, wie sich die Zahlen entwickeln, nicht nur an den Schulen. Wir lernen wöchentlich dazu."

"Flexible und pragmatische Reaktion" nötig

"Diese Krankheit verschwindet nicht in ein paar Wochen", sagte Piazolo, es komme weiter darauf an, das Pandemiegeschehen einzugrenzen:

"Es ist immer das Thema Eindämmung gewesen, das ist auch gelungen, Wir müssen aufpassen, dass die Zahlen nicht steigen. Deshalb haben wir den Drei-Stufen-Plan gemacht. Je nach Stufe treten bestimmte Konsequenzen ein. Es war klar, das es bei 150.000 Lehrern auch Infizierte gibt, und dass wir bei Infektionen möglichst schnell wieder rausbringen wollen."

Entscheidend sei eine "flexible und pragmatische" Reaktion auf die Situation vor Ort, so der Minister, "das ist die Aufgabe der Schulleiter vor Ort. Das gehört zu dem, was Schulverwaltung ausmacht im Moment."

Zufrieden mit Einhaltung der Auflagen

Mit dem bisherigen Umgang der "Schulfamilie" mit Corona zeigte sich Piazolo "mehr als zufrieden, ich finde es großartig, was da in den vergangenen Wochen und Monaten gestemmt worden ist". Natürlich gebe es aber Kritik und für Schulleiter und Schulverwaltung ergäben sich ganz neue Herausforderungen und Situationen.

Bewundernswert sei das Verhalten der Schülerinnen und Schüler hinsichtlich der Maskenpflicht in ersten neun Schultagen, so Piazolo: "Insofern kann man mehr als zufrieden sein, wie das gelaufen ist." Die Maskenpflicht während der ersten Schultage habe man sich sehr genau überlegt:

"Es ist ein Thema, das wir uns sehr intensiv überlegt haben. Infektionen gingen zum großen Teil auf Reiserückkehrer zurück. Deshalb haben wir uns in Absprache dazu entschlossen, das war keine Entscheidung, die man einfach zu gefällt hat. Denn es ist einfach eine Zumutung, da sechs Stunden, sieben Stunden zu sitzen mit Maske". Michael Piazolo, (FW) bayerischer Kultusminister

Maskenpflicht wird nicht verlängert

Derzeit sei jedoch nicht geplant, die Maskenpflicht in den Schulen angesichts relativ hoher Infektionszahlen zu verlängern, so Piazolo:

"Der Sachstand ist der, dass die Entscheidung ist für neun Tage. Wenn wir nichts Neues entscheidenn, dann läuft es aus. Eine Verlängerung ist jetzt nicht geplant." Michael Piazolo, (FW) bayerischer Kultusminister

Sein Eindruck sei, dass die Maskenpflicht zwar als Belastung empfunden werde, aber von Schülern und Lehrern angenommen worden sei, so der Minister. Die Maskenpflicht sei im Vergleich zu lockereren Regelungen in anderen Bereichen auch nicht ungerecht, da eine Schulpflicht bestehe und es Aufgabe der Staates sei, Schüler und Lehrer zu schützen.

Lernbedarf bei der Digitalisierung

Hinsichtlich Digitalisierung und Homeschooling räumte Piazolo ein, dass man hier in der Corona-Krise habe dazu lernen müssen.

"Selbst bei Digitalisierung haben wir immer gedacht: In der Schule und nicht zu Hause". Michael Piazolo, (FW) bayerischer Kultusminister

Auf diesem Gebiet sei in Deutschland nicht alles schnell genug voran gegangen, so der Minister, Corona könne hier nun sogar für einen Schub sorgen:

"Corona hat nochmal Schwung gebracht und in dem Schwung müssen wir auch bleiben, weil Geld da ist und auch die Strukturen". Michael Piazolo, (FW) bayerischer Kultusminister

Allerdings sei man aber auch nicht überall auf Fernunterricht angewiesen, in der Praxis gebe es da viele Mischformen: "Es ist ja nicht schwarz-weiß: Präsenzunterricht oder Distanzunterricht. Je nach Modell stellen Sie sich anders auf. Insofern muss man da sehr differenzieren, wie Unterricht gestaltet wird".

Zudem seien Videoplattformen zwar hilfreich, würden aber auch nicht von allen Schulen angenommen und der Datenschutz sei immer zu beachten, "es gibt immer Eltern, die sich dagegen wehren. Es gibt auch da eine Entwicklung."

Schulbusse brauchen Entzerrung

Beim Thema Schulbusse habe der Freistaat "das Bestreben, zu entzerren". Mit unterschiedlichen Schulanfangszeiten könne man das vor Ort "hinbekommen", so Piazolo, Kommunen könnten zudem "eigene Schulbusse einsetzen", der Freistaat fördere dies mit einem Zusatzprogramm.

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