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Unterricht mit Maske ist für viele Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte mitunter eine Belastung.

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    Piazolo: Lockerung der Maskenpflicht an Schulen bald möglich

    Unterricht mit Maske ist für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte mitunter eine Belastung. Angesichts sinkender Corona-Zahlen stellt Bayerns Kultusminister Piazolo nun Lockerungen in Aussicht. Ab wann genau, ist aber noch offen.

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    Von
    • Maximilian Heim
    • BR24 Redaktion

    Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) macht den Schülern Hoffnung, dass auch im Freistaat die Maskenpflicht bald gelockert wird. Das teilte Piazolo dem BR auf Nachfrage mit, nachdem Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern angekündigt hatten, ab kommendem Montag die Maskenpflicht in Schulen aufzuheben – sofern dort die Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 35 liegt. In Bayern beträgt sie laut RKI aktuell 24. Nur noch in elf bayerischen Städten und Landkreisen liegt der Inzidenzwert über 35.

    Bayern habe ein sehr gutes Sicherheitskonzept, erklärte Piazolo. Er verwies auf Tests, Lüftungskonzepte und die noch bestehende Maskenpflicht. Der Minister hat aber nach eigenen Angaben das Ziel, dass in Bayern bald inzidenzabhängige Lockerungen der Maskenpflicht umgesetzt werden. Laut Piazolo werden vom Kultusministerium aktuell entsprechende Vorschläge erarbeitet und mit dem Gesundheitsministerium abgesprochen.

    Piazolo: "Großer Eingriff in die Freiheit"

    Später legte Piazolo nach. "Die Maskenpflicht ist ein großer Eingriff in die Freiheit und wir müssen immer wieder kritisch hinterfragen, ob sie noch verhältnismäßig ist", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Laut Piazolo sollte es im Schulgebäude selbst weiter die Maskenpflicht geben, eine Aufhebung sei aber auf dem Schulhof und auch am Sitzplatz in den Klassen angemessen - sofern der Inzidenzwert deutlich unter 50 liege. Mit Blick auf die am Donnerstag beginnende Konferenz der Kultusminister forderte er dazu "einen intensiven Austausch" für ein bundeseinheitliches Vorgehen.

    FDP und AfD: Keine Maskenpflicht für Schüler im Freien

    Die Landtags-FDP drängt schon länger darauf, die Maskenpflicht für Bayerns Schülerinnen und Schüler zumindest auf dem Schulhof aufzuheben. Konkret bezieht sich die Forderung auf die Außenbetreuung der Horte, der heilpädagogischen Tagesstätten, der Mittagsbetreuung und des schulischen Ganztags. Zudem fordert die Fraktion, die Maskenpflicht beim Schulsport generell auszusetzen. Schon jetzt kann der Sportunterricht laut Kultusministerium ohne Maske erfolgen – allerdings nur "bei Beachtung des Mindestabstandsgebots".

    Die Liberalen verweisen in einem aktuellen Dringlichkeitsantrag auch darauf, dass "alle Kinder mehrmals wöchentlich auf das Coronavirus getestet werden". Trotzdem sei die Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5 ab vergangenem Montag noch verschärft worden. Sie müssen nun eine medizinische Gesichtsmaske tragen. Auch Grundschülern wird eine medizinische Maske empfohlen, sie dürfen aber weiterhin auch eine Stoffmaske verwenden.

    Die AfD-Fraktion im Landtag plädiert schon seit langem dafür, die Maskenpflicht an Bayerns Schulen aufzuheben. Stattdessen sprach sich die AfD im Oktober dafür aus, in den Klassenzimmern Acrylglas-Schutzwände oder Trennwände aus Plastik einzusetzen. In einem Dringlichkeitsantrag der Fraktion vor rund drei Wochen argumentierten die AfD-Abgeordneten, es sei unverständlich, dass negativ getestete Kinder weiterhin Masken tragen müssten. Zudem führe das Tragen von Masken oft zu Kopfschmerzen und Müdigkeit.

    Söder: "Bin kein bedingungsloser Maskenverfechter"

    Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) äußerte sich in einem aktuellen Interview zurückhaltend zur Frage, ob und wann Masken aus dem Alltag wieder verschwinden werden. "Wie und in welcher Form die Maskenpflicht fortgesetzt wird, hängt von der pandemischen Entwicklung ab", sagte Söder der "Neuen Zürcher Zeitung". Die Maske sei kein Selbstzweck, aber es stimme, dass die Maskenpflicht auch die Ausbreitung von manchen anderen Infektionskrankheiten verhindert habe. "Ich bin aber kein bedingungsloser Maskenverfechter", sagte er.

    Grafik: Corona-Neuinfektionen nach Landkreisen in Bayern

    Piazolo: Genug Zeit, um coronabedingte Lernlücken zu schließen

    Schüler in Bayern, die wegen Corona in Rückstand geraten sind, haben nach Ansicht von Kultusminister Piazolo ausreichend Zeit, ihre Wissenslücken zu füllen – dazu gebe es freiwilligen Sommerunterricht und Fördermöglichkeiten in den nächsten zwei Schuljahren. Das hatte Piazolo am Montag in der BR24 Rundschau gesagt.

    Er betonte, dass es nicht nur im freiwilligen Sommerunterricht während der Ferien, sondern auch "im nächsten und übernächsten Schuljahr Mittel und Möglichkeiten" gebe, Versäumtes nachzuholen.

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