BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Physik-Nobelpreisträger Genzel: Forschen statt Feiern | BR24

© BR

Der diesjährige Nobelpreis für Physik geht auch an einen Forscher aus Bayern: Reinhard Genzel, Direktor am Max-Plank-Institut für extra-terrestische Physik.

6
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Physik-Nobelpreisträger Genzel: Forschen statt Feiern

Große Ehre für den Garchinger Forscher Reinhard Genzel: Für seine Forschungen über Schwarze Löcher erhält er den Physik-Nobelpreis. Im BR Fernsehen verspricht er, sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen.

6
Per Mail sharen

Es ist die renommierteste Auszeichnung für Physiker: der Nobelpreis. In diesem Jahr geht er unter anderem an den Garchinger Forscher Reinhard Genzel. Der sieht den Preis als Ehre aber auch Ansporn für seine zukünftige Arbeit. Jetzt dürfe man sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen und einschlafen: "Von nix kommt nix", so Genzel. Deshalb will sich der 68-Jährige auch bis zu seinem Ruhestand weiter mit seinem Fachgebiet beschäftigen. Andere Nobelpreisträger seien nach ihrer Auszeichnung viel auf Partys anzutreffen gewesen, sagt Genzel in der Rundschau im BR Fernsehen. Das werde er versuchen, zu vermeiden.

Schwarzes Loch im Zentrum der Milchstraße nachgewiesen

Genzel gilt als einer der weltweit führenden Forscher auf dem Gebiet der sogenannten Infrarot- und Submillimeter-Astronomie. Er beschäftigt sich unter anderem mit den Kernen von Galaxien sowie Schwarzen Löchern. Diese gehörten lange zu den größten Rätseln der Astronomie. Genzel hat entscheidend dazu beigetragen, Licht in dieses Dunkel zu bringen. Mehr als ein Vierteljahrhundert dauerte es, bis es ihm gelang, das gigantische Schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxie nachzuweisen. Im Interview mit der radioWelt auf Bayern 2 sagte er: "Das war kein Heureka-Moment über eine Woche, das war eine Sache, die hat 30 Jahre gedauert". Man müsse dazu sehr viel Geduld und ein tolles Team haben.

Drei Forscher teilen sich den Nobelpreis

Genzel teilt sich die Hälfte des Nobelpreises mit der US-Forscherin Andrea Ghez. Die beiden Forscher wiesen nach, dass ein unsichtbares und extrem schweres Objekt die Umlaufbahnen der Sterne im Zentrum unserer Galaxie beherrscht. Ghez ist erst die vierte Frau, die einen Physik-Nobelpreis erhält. Die zweite Hälfte des Preises geht an den Briten Roger Penrose, der erkannte, dass die Bildung von Schwarzen Löchern eine Vorhersage der Allgemeinen Relativitätstheorie ist.

Das Preisgeld beträgt in diesem Jahr mit zehn Millionen schwedische Kronen (950.000 Euro) eine Million Kronen mehr als im Vorjahr. Das Geld müssen sich die Preisträger teilen.

Preisverleihung in kleinem Rahmen

Die Vergabe der Auszeichnungen findet traditionell am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel. Wegen der Corona-Pandemie wurde die Preisverleihung im Dezember in Stockholm abgesagt, die Verleihung des Friedensnobelpreises in Oslo findet in kleinerem Rahmen statt.

Für Genzel ist das kein Problem, er zeigte sich im Interview auf Bayern 2 sogar erleichtert: "Das ist mir irgendwo auch Recht, weil ich bin sowieso kein Tänzer. Das war immer meine große Furcht, dass ich da tanzen müsste."

© BR

Der diesjährige Nobelpreis für Physik geht an drei Forscher aus Deutschland, Großbritannien und den USA: Reinhard Genzel, Roger Penrose und Andrea Ghez. Ausgezeichnet werden sie für ihre Forschung zu schwarzen Löchern.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!