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PFOS-belastete Fische in der Moosach: Warnung vor Verzehr | BR24

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Das Landratsamt Freising warnt vor dem häufigen Verzehr von Fischen aus der Moosach. Der Grund ist eine erhöhte Belastung des Gewässers mit perfluorierten Alkylsubstanzen. In Fischen wurde Perfluoroctansulfonsäure, kurz PFOS, nachgewiesen.

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PFOS-belastete Fische in der Moosach: Warnung vor Verzehr

Das Landratsamt Freising warnt vor dem häufigen Verzehr von Fischen aus der Moosach. In Fischen wurde Perfluoroctansulfonsäure, kurz PFOS, nachgewiesen. Die Werte lagen um ein Fünffaches über dem bayernweiten Durchschnittswert vergangener Jahre.

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Nach dem Skandal um das verbotene Fischarzneimittel Malachitgrün in der Moosach im Landkreis Freising gibt es jetzt die nächste Hiobsbotschaft für Fischer und Verbraucher: In dem Fluss wurden jetzt auch Industriechemikalien gefunden.

Das Wasserwirtschaftsamt München hatte im Rahmen eines großflächigen Monitorings die Belastung der Moosach mit perfluorierte Alkylsubstanzen festgestellt. Entdeckt wurden die Substanzen im Landkreis Freising, genauer bei Hangenham in der Gemeinde Marzling, kurz vor der Mündung der Moosach in die Isar. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hatte daraufhin Wildfische untersuchen lassen, in denen dann PFOS nachgewiesen werden konnte.

Um ein Fünffaches über dem Durchschnitt

Die PFOS-Werte in den jetzt untersuchten Moosach-Fischen lagen um ein Fünffaches über dem bayernweiten Durchschnittswert vergangener Jahre. Von 2012 bis 2016 waren in bayerischen Flüssen und Seen 100 Stichproben gemacht worden. Das teilte das LGL auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks mit. Zu berücksichtigen sei jedoch, dass unterschiedliche Fischarten und Altersklassen Stoffe aufgrund ihrer Nahrungswahl und Lebensweise unterschiedlich stark anreicherten. Ein direkter Vergleich der Werte sei nur begrenzt möglich.

PFOS früher als Imprägniermittel im Einsatz

PFOS gehört zur Gruppe der perfluorierten Alkylsubstanzen und wurde früher zum Beispiel als Imprägniermittel oder in Löschschaum und Hydraulikflüssigkeiten verwendet. Wie die Substanz in die Moosach gelangt ist, ist noch unklar und wird jetzt vom Wasserwirtschaftsamt weiter untersucht.

Gelegentlicher Verzehr gilt als unbedenklich

Für PFOS-Rückstände in Lebensmitteln gibt es keine Grenzwerte. Sie seien aber "generell unerwünscht", heißt es im Landratsamt Freising. Der gelegentliche Verzehr von Fischen aus der Moosach sei "gesundheitlich nicht bedenklich". Häufig und regelmäßig solle man sie aber nicht essen, betont die Kreisbehörde, das könnte "negative gesundheitliche Folgen" haben und sich zum Beispiel auf den Cholesterinwert auswirken.

Die Moosach läuft auch durch die Landkreis-Gemeinden Oberschleißheim und Unterschleißheim. Auch das Münchner Landratsamt rät deshalb vorsichtshalber vom Verzehr der Moosach-Fische ab.