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Pforzen feiert Urzeitmenschen "Udo" mit einer Ausstellung | BR24

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Zum ersten Mal ist er in Bayern zu sehen: Dem elfeinhalb Millionen Jahre alten Urzeitmenschen "Udo" ist ab Samstag in Pforzen im Ostallgäu eine Ausstellung gewidmet. Die Bürger scheuen keine Mühe, um ihren neuen Helden zu feiern.

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Pforzen feiert Urzeitmenschen "Udo" mit einer Ausstellung

Zum ersten Mal ist er in Bayern zu sehen: Dem elfeinhalb Millionen Jahre alten Urzeitmenschen "Udo" ist in Pforzen im Ostallgäu eine Ausstellung gewidmet, die jetzt eröffnet worden ist. Die Bürger scheuen keine Mühe, um ihren neuen Helden zu feiern.

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Urzeitmensch Udo war gerade mal einen Meter groß, hat im vergangenen Jahr aber weltweit Schlagzeilen gemacht. Seine versteinerten Knochen aus der Tongrube in Pforzen deuten darauf hin, dass unsere Vorfahren schon viel früher auf zwei Beinen gegangen sein könnten, als bisher gedacht. Deshalb gilt der Fund in der Fachwelt als eine Sensation. Die Pforzener haben nun eine Ausstellung auf die Beine gestellt, damit Udo nicht wieder in Vergessenheit gerät.

Anwohner schon an den Ausgrabungen beteiligt

Neben Forschern und Studenten durfte sich an den Ausgrabungen jeder beteiligen, der Zeit und Lust hatte. Tongruben-Anwohnerin Ingrid Göppel war eine der Laien-Helferinnen. Mit Spachtel und Pinsel hat auch sie unvorstellbar alte Knochen freigelegt. Ihr zufolge war es faszinierend, sich beim Graben vorzustellen, wie die Gegend wohl zu dieser Zeit ausgesehen haben könnte.

Rekonstruktion ermöglicht, Udo in die Augen zu schauen

Die gefundenen Knochen des Urzeitmenschen Udo haben es nun ermöglicht, eine Rekonstruktion des Urzeitmenschen anzufertigen. Die Besucher der Ausstellung können dem Modell des etwa einen Meter großen Menschenaffen jetzt in der Ausstellung gegenüberstehen und ihm in die Augen schauen. Der Urzeitmensch soll aufrecht gegangen sein und nur etwa 30 Kilo gewogen haben.

Pforzener engagieren sich für die Ausstellung

In Pforzen ist die Begeisterung für den weltweit beachteten Fund mit der Zeit immer größer geworden. Mittlerweile gibt es rund fünfzig Freiwillige, die die Ausstellung betreuen. Josef Freuding vom "Arbeitskreis Udo" sagt, der Urzeitmensch, die Ausstellung und die Grabungsergebnisse, seien der Startpunkt für eine ganz neue Bewegung. Ihm zufolge muss der Schlachtruf in Pforzen sein: "Wir sind Udo!"

Udo soll zu einer neuen Touristenattraktion werden

Die Ausstellung ist laut Josef Freuding der Versuch, den Grabungsfund zu einer dauerhaften Attraktion für die Region zu machen. Mehrere zehntausend Euro haben Gemeinde und Landkreis in die Ausstellung gesteckt. Außerdem denke man in Pforzen schon über ein dauerhaftes Infozentrum nach.

"Wir haben immer so ein bisschen im Schatten von Neuschwanstein gelebt. Das soll wie ein kleiner Gegenpol zu Neuschwanstein werden. Das wär für mich die große Hoffnung. Dass wir einfach eine neue Identität gewinnen und sagen, Mensch, wir sind stolz auch in Pforzen zu sein." Josef Freuding vom "Arbeitskreis Udo"

Neben Udo und der bisher bekannten Evolutionsgeschichte werden in der Ausstellung auch die Grabungsarbeiten in Pforzen näher beschrieben. Sie dauern jetzt bereits seit neun Jahren an und werden fortgesetzt. Jede Woche Donnerstag bis Sonntag ist die Ausstellung im alten Feuerwehrhaus in Pforzen nun vier Wochen lang geöffnet. Auch der Besuch von Schulklassen ist geplant.

Ausstellungs-Eröffnungsfeier wegen Corona abgesagt

Die Ausstellung sollte ursprünglich am Abend feierlich eröffnet werden. Die Veranstaltung wurde wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen aber ersatzlos abgesagt. Für die Schau gibt es ein Konzept zum Schutz vor Ansteckungen. Teile der Ausstellung sollen im Anschluss an die vierwöchige Ausstellungszeit in Pforzen auch an weiteren Orten im Landkreis zu sehen sein.

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